Warum Mormonen nicht der Ökumene beitreten

Die ökumenische Bewegung (von Ökumene, griech. oikoumene, „Erdkreis, die ganze bewohnte Erde”) ist eine Bewegung von Christen, die eine weltweite Einigung und Zusammenarbeit der verschiedenen christlichen Kirchen anstrebt.
Dazu definiert diese Bewegung Grundbedingungen, damit eine Kirche Mitglied werden kann. Eine davon ist, dass das Glaubensbekenntnis von Nizäa anerkannt wird.
Während die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage keine einzelnen Punkte des Nizänischen Bekenntnisses ablehnt, sehen wir Glaubensbekenntnisse an und für sich kritisch und als eine von Menschen gemachte Trennlinie zwischen dem Menschen und Gottes Wort und Seiner Offenbarung.
In der Ersten Vision sagt Jesus zu Joseph Smith, sämtlichen Glaubensbekenntnisse seien in seinen Augen ein Greuel.
Am 15. Oktober 1843 erklärte der Prophet dazu: „Ich kann an keines dieser Glaubensbekenntnisse glauben, von keiner einzigen dieser verschiedenen Konfessionen, weil sie alle einige Dinge enthalten, die ich nicht unterschreiben kann, auch wenn alle durchaus einige Wahrheiten haben. Ich möche vor Gott treten und alles erfahren, doch diese Glaubensbekenntnisse setzen Pflöcke und sagen: „Bis hierher darfst du glauben, aber nicht weiter.” Dem kann ich nicht zustimmen.
So erfüllen also einerseits wir eine Grundvoraussetzung nicht.
Andererseits geht es in der ökumenischen Bewegung darum, durch Verhandlungen zur Einheit im Glauben zu kommen. Das Ziel sind Abkommen zur Anerkennung der Taufe, zur Interkommunion, zur gegenseitigen Akzeptanz von Geistlichen und zu gemeinsamen Punkten der Lehre.

In unserem Verständnis kommt die Einheit im Glauben aber nicht durch Diskussion und Verhandlung, sondern Epheser 4:11-14 folgend, dadurch, dass sich die Gläubigen an Aposteln und Propheten orientieren. Und im Gegensatz zu anderen Glaubensgemeinschaften haben wir lebende Apostel und Propheten. Daher können wir auch nur dann Abkommen abschließen, wenn Gott uns dies durch Seine Diener aufträgt. Unsere höchste Autorität ist nicht, wie A oder B die Bibel auslegt (Protestantismus). Unsere höchste Autorität ist auch nicht der Vorsitzende der Kirche (Katholizismus). Es ist auch nicht die Tradition (Katholizismus und Orthodoxie). Unsere höchste Autorität ist Gott allein. Deswegen können wir nur Verträge abschließen, wenn Gott es uns sagt. Ganz egal, wie viel wir diskutieren und verhandeln würden. Ähnliches gilt für Lehre und Lehrmeinung. Eine Änderung der Lehre durch Diskussion ist ausgeschlossen. Dazu braucht es Offenbarung.
Ähnlich geht es übrigens auch den Orthodoxen Kirchen, die sich in der Ökumene mehr und mehr dem Verhandlungsdruck ausgesetzt gefühlt haben. Während bei uns die Propheten Garanten der Kontinuität sind, ist es in der Orthodoxen Welt die Tradition, die diese Rolle erfüllt. Als der Druck und das protestantische Unverständnis zu groß wurden, ist die Georgisch-Orthodoxe Kirche aus der Ökumene ausgetreten: [1]
Die Ökumene hat also Ziele und Grundsätze, die für Protestanten wunderbar passen, für Orthodoxe so recht schlecht und für Katholiken und Mormonen gar nicht passen.
Zusammenarbeit an und für sich mit anderen Kirchen dagegen gab es schon von Anfang an. Sowohl in Nauvoo als auch in Utah hat die Kirche immer wieder ihre Gemeindehäuser auch anderen Glaubensgemeinschaften zur Verfügung gestellt, wenn diese aus irgendwelchen Gründen keine eigenen hatten.
In neuerer Zeit haben katholische Kirche und die Mormonen zum Beispiel in Kalifornien für Prop 8 gemeinsam gearbeitet.
Oder als Papst Franziskus zum „Humanum”, einem Treffen von führenden Geistlichen verschiedener Kirchen und Religionsgemeinschaften aufgerufen haben, da kam auch Präsident Eyring, Ratgeber in der Ersten Präsidentschaft, und war einer der rund 40 Sprecher. [2]
Zusammenarbeit gibt es auch, wenn es um Nothilfe geht (z.B Flüchtlingshilfe in Europa oder Katastrophenhilfe rund um den Globus). In diesen Fällen gibt die Kirche oftmals Sach- und Geldspenden an die Hilfsorganisationen anderer Glaubensgemeinschaften, und Freiwillige arbeiten Hand in Hand.
[3]
Auch auf lokaler Ebene tut sich Einiges. In Österreich zum Beispiel gibt es mit anderen Glaubensgemeinschaften regelmäßige Treffen und es werden Gemeinsamkeiten und Unterschiede diskutiert, aber auch gemeinsame Aktionen.
Zu guter Letzt sei angemerkt, dass die Kirche eine „Offene Kommunion“ feiert, d.h. auch Nichtmitglieder können den Gottesdienst besuchen, und das Abendmahl wird nicht nur den Mitgliedern der Kirche gereicht, sondern allen. [4]

Endnoten

[1] Theologische Literaturzeitung – Ökumene in der Sackgasse thlz.com
[2] Präsident Eyring im Vatikan
[3] Interreligiöse G20-Konferenz: Religion, nachhaltige Entwicklung und die Flüchtlingskrise
[4] Woche der interreligiösen Harmonie

 

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Last Updated November 07, 2009
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