Solomon Spaulding und das Buch Mormon

aus dem Englischen

Frage. Ich habe gehört, dass Joseph Smith die Schriften von Solomon Spaulding plagiierte, um das Buch Mormon anzufertigen. Ich weiß, dass das schon widerlegt wurde, doch könnten Sie mir helfen, diese Sache von Grund auf zu verstehen?

Antwort. (von Matthew B. Brown) Als das Buch Mormon im März 1830 zum ersten Mal veröffentlicht wurde, glaubten seine Kritiker, dass er keinen göttlichen Ursprung habe wie geltend gemacht wurde, sondern dass es ein gottloser Betrug war, ausschließen vom Propheten Joseph Smith begangen, (der auf der Titelseite des Buches aufgrund des Copyrightgesetzes als „Autor und Eigentümer” genannt wird).[1]

Doch 1834 schlug ein Mann namens Philastus Hurlbut[2] eine neue Theorie für den Ursprung des Buch Mormons vor. Diese Theorie setzte voraus, dass Joseph Smith zu ungebildet war, um das Buch Mormon selbst anfertigen zu können und darum Hilfer gehabt haben muss. Gemäß dieser Theorie war es Sidney Rigdon, der die religiösen Teile des Buch Mormons schrieb, während die historischen Teile von dem unveröffentlichtem Manuskript plagiiert wurden, dass 1812 von Solomon Spaulding geschrieben wurde und dass Rigdon das Spaulding-Dokument heimlich von einem Pittsburgher Drucker namens Jonathan H. Lambdin[3] angefordert hatte.

Philastus Hurlbut stattete der Witwe Spauldings einen Besuch ab, und nachdem ihm das unveröffentlichte Dokument ihres Mannes gezeigt wurde, nahm er es mit sich und brachte es zur Druckerei von Eber D. Howe in Painesville, Ohio mit dem Versprechen an die Witwe einer zukünftigen Veröffentlichung und einer Beteiligung an dem Gewinn.. Doch als Hurlbut eine genauere Untersuchung des Spaulding-Manuskripts vornahm, konnte er keine Parallelen zum Buch Mormon finden, die er erhofft hatte[4] und so behauptete er, dass es noch ein anderes Manuskript von Spaulding gegeben hat, dass nur „verloren gegangen” war[5]

Als L.L. Rice im Jahr 1839 das Inventar von Howes Druckerei aufkaute, erwarb er unwissentlich das Spaulding-Manuskript und transportierte es schließlich nach Honolulu, Hawaii. Rice entdeckte 1884 das Dokument, als er auf Wunsch von James H. Fairchild, dem Präsidenten des Oberlin Colleges seine Sammlung an Papieren durchsuchte. Als Rice, Fairchild und verschiedene andere das Spaulding-Manuskript mit dem Buch Mormon verglichen, konnten sie keine Ähnlichkeit zwischen den beiden feststellen, weder im Allgemeinem noch im Detail. Fairchild folgerte daraus, dass die Theorie über den Ursprung des Buch Mormons im traditionellen Manuskript von Solomon Spaulding wahrscheinlich aufgegeben werden muss.[6]

Es gibt mehrere triftige Gründe zur Aufgabe der Spaulding-Theorie. Als Philastus Hurlbut sich seine Mutmaßung ausdachte, ignorierte er die Tatsache, dass Sidney Rigdon nie eine Abschrift des Buch Mormons gesehen hatte, bis ihm Parley P. Pratt nach dem 15. Oktober 1830 ihm persönlich eine gab.[7] Emma Smith, die Ehefrau des Propheten, erklärte, dass es zu keinerlei Bekanntschaft zwischen Sidney Rigdon und der Familie Smith kam, ehe die Kirche gegründet und das Buch Mormon schon veröffentlicht war.[8] Rigdons eigene Beurteilung der Spaulding-Theorie war sowohl direkt aus auch nachdrücklich. Er nannte es eine Mondscheinstory. Er Protestierte, dass ihm die Existenz von Solomon Spaulding nicht einmal bekannt war, bis Hurlbut seine Anschuldigungen veröffentlichte, und er sagte auch, dass die Idee, er wäre irgendwie involviert mit der Druckerei in Pittsburgh, wo er angeblich das Spaulding-Manuskript erworben haben soll, die größte Lüge sei ohne einen Schatten an Wahrheit.[9]

Eine der vernichtendsten Widerlegungen der Spaulding-Theorie kommt von Oliver Cowdery, der als Hauptschreiber während des Großteils der Übersetzung des Buch Mormons diente. Er bekräftigte direkt: „Ich schrieb mit einem eigenen Stift das ganze Buch Mormon (außer ein paar Seiten), wie es von den Lippen des Propheten Joseph Smith fiel, wie er es durch die Gabe und Macht Gottes übersetzte… Sidney schrieb es nicht. Mr. Spaulding schrieb es nicht. Ich schrieb es selbst, wie es von den Lippen des Propheten fiel.”[10]

Fußnoten

[1] Alexander Campbell schrieb über das Buch Mormon: „Ich kann schwören, dass dieses Buch von einem einzigen Mann geschrieben wurde. Und da Joseph Smith ein sehr ungebildeter Man ist und au der Titelseite als der Autor genannt wird, kann ich für keinen einzigen Augenblick bezweifeln, dass er der alleinige Autor und Besitzer davon ist. . . Es ist gewiss die Erfindung von Smith” (Millennial Harbinger, 7. Februar 1831).

[2] Diese Theorie wurde von Eber D. Howe in Mormonism Unvailed (Painesville, Ohio: Telegraph Press, 1834) unterbreitet. Joseph Smith bemerkte 1835, dass Philastus Hurlbut, nicht Eber D. Howe, der tatsächliche Autor von Mormonism Unvailed ist (siehe Messenger and Advocate , Band 2, 15, Dezember 1835, 228).

[3] Hurlbuts Theorie behauptet, dass , um einen starken Buchverkauf zu schaffen, Lambdin dem „Rigdon den Manuskriptfund von Spaulding in die Hand gegeben hat, um es auszuschmücken, abzuändern und zu erweitern, wie er es für zweckmäßig halten mag.” (Howe, Mormonism Unvailed, 290). Hurlbut wurde im Juni 1833 von der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage exkommuniziert (siehe Brigham H. Roberts, ed., History of the Church [Salt Lake City: Deseret Book, 1948], 1:355). Er hörte zuerst von der Familie Jackson von dem Manuskript von Solomon Spaulding (der Spaulding persönlich kannte), während er in Pennsylvania Vorträge gegen Mormonismus hielt. Doch als Hurlbute Mr. Jackson darum bat, eine eidesstattliche Erklärung zu unterschreiben, in welcher er behauptet hätte, dass es Ähnlichkeiten gäbe zwischen Spauldings Manuskript und dem Buch Mormon, lehnte Jackson ab, indem er darauf bestand, dass es keine Übereinstimmungen zwischen ihnen gebe und und äußerte seine Empörung und seine Geringschätzung für Hurlbuts Unterfangen (Benjamin Winchester, The Origin of the Spaulding Story [Philadelphia: Brown, Bicking, and Guilpert, 1840], 8-9).

[6] Entweder schrieb Hurlbut oder Howe einen Brief an die Witwe von Spaulding und informierte sie, dass das Manuskript ihres Mannes nicht das enthielt, was sie erwarteten und dass sie deshalb entschieden, es nicht zu veröffentlichen. (Winchester, The Origin of the Spaulding Story, 17).

[5] Howe, Mormonism Unvailed, 290.

[6] New York Observer, 5. Februar 1885.

[7] Siehe Parley P. Pratt, Mormonism Unvailed (New York: O. Pratt und E. Fordham, 1838), 41; Times and Seasons, vol. 4, no. 18, 1 August 1843, 290. Zuerst äußerte Sidney Rigdon erhebliche Zweifel über die Ansprüche auf göttlichen Ursprung des Buch Mormons, war aber schließlich davon überzeugt davon, als er eine Offenbarung von Jesus Christus erhalten hatte, die ihn das auf bemerkenswerte Weise wissen ließ, (ibid., 290). Diese Offenbarung ist in einem frühen Zeitungsbericht beschrieben. Rigdon entschied, dass er ein Zeugnis von Gott erhalten musste. Um dies zu erhalten, betete er ohne Unterlass und ernsthaft, wie es sein Lehrer angeordnet hatte , bis sein Geist endlich in eine Vision gehüllt wurde. Er sagte: „Zu meinem Erstaunen sah ich verschiedene Arten von bekennenden Christen an meinen Augen vorüberziehen und ihre Herzen waren für mich enthüllt, und sie waren korrupt wie die Korruption selbst. Die Gesellschaft, zu der ich gehörte, zog auch an meinen Augen vorüber, und zu meinem Erstaunen war sie so korrupt wie die anderen. Zum Schluss zog ein kleiner Mann {Parley P. Pratt], der mir das Buch Mormon verkauft hatte, an meinen Augen vorüber und ich sah sein Herz und es war rein wie das eines Engels, und das war ein Zeugnis von Gott, dass das Buch Mormon göttlichen Ursprungs ist.’” (Ohio Star, 8, Dezember 1831).

[8]8 Joseph Smith, III, “The Spaulding Story Reexamined,” 11, Teil veröffentlicht in Saints’ Herald, 17. März 1883.

[9] Brief, 27. Mai 1839, Sidney Rigdon an Bartlett und Sullivan, (Herausgeber von der Quincy Whig Zeitung), gedruckt in George J. Adams, Plain Facts Showing the Origin of the Spaulding Story (Bedford, England: C. B. Merry, 1841), 21. David Whitmer erklärte ausdrücklich, dass er [Sidney] Rigdon hörte, von der Kanzel und in privaten Konservationen, dass die Spaulding-Geschichte – dass er ein Buch verwende, die der Manuskriptfund genannt wird zu dem Zweck, das Buch Mormon zu erstellen – falsch ist. . . und genauso unwahr wie lächerlich” (Chicago Times, 17 October 1881).

[10] Reuben Miller Journal, 21 Oktober 1848, LDS Church Archives, Salt Lake City, Utah, z tiert in Deseret News, 13 April 1859.

 

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Last Updated November 07, 2009
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