Freimaurerei und der Tempel

Freimaurerei und der Tempel

Scott Gordon
FAIR Konferenz 2015
Darmstadt, Deutschland
05. 06. 2015

Mein Vortrag heute behandelt Freimaurerei und den Tempel. Aber bevor ich mit dem Thema beginne, lassen Sie mich ein kurzes Beispiel geben, wie dieses Thema gesehen werden kann. Stellen Sie sich vor, Sie sind jung und unverheiratet und haben eine Verabredung. Sie ziehen Ihre beste Kleidung an und jeder sagt, dass Sie großartig aussehen. Sie gehen zu der Verabredung und haben eine wirklich gute Zeit. Aber dann kommt jemand, vielleicht sogar jemand, den Sie nicht all zu gut kennen, und sagt: „Warum hast Du das an? Damit siehst du fürchterlich aus!” Wenn Sie dann nach Hause gehen, was wird dann hängen bleiben? Das großartige Date, das Sie hatten? Die Tatsache, dass beinahe jeder gesagt hat, dass Sie großartig aussahen? Oder der eine Kommentar von demjenigen, der gesagt hat, dass Sie fürchterlich aussahen? Wenn wir Sorgen haben, dann liegt es in der menschlichen Natur, uns auf diese Sorgen zu konzentrieren, anstatt auf das große Ganze. Die Frage bezüglich Freimaurerei und dem Tempel ist ein Versuch, die Anfänge der Kirche zu diskreditieren, in dem man Sie dazu bringt, sich auf einen kleinen Sachverhalt zu konzentrieren und das Große Ganze aus den Augen zu verlieren.

  • Während über die ganze Welt verteilt mehr Tempel gebaut werden, wurden Fragen darüber erhoben, welchen Einfluss die Freimaurerei auf die Tempelzeremonie gehabt haben könnte. Als ich darüber nachdachte, wie ich diese Frage angehen sollte, erkannte ich, dass ich ein schwieriges Problem überwinden muss. Ich denke, ich gehe nicht falsch in der Annahme, dass niemand unter Ihnen, oder zumindest nur einige wenige, an einem maurerischen Ritual teilgenommen haben, und dass nicht jeder von Ihnen schon in einem Tempel der Kirche war. Darüber hinaus möchten wir beiden Organisationen gegenüber respektvoll sein und innerhalb der Grenzen dessen bleiben, was angebracht ist, dass man in der Öffentlichkeit darüber redet.

Ich möchte nun zum Anfang zurück gehen, um Ihnen zu helfen, die Beziehung zwischen den Zeremonien der Tempel der Kirche und den maurerischen Ritualen zu verstehen, und Bedenken aufzulösen, die es geben könnte.

  • Freimaurerei gibt es schon ziemlich lange. Sie ist das Thema von mehr als fünfzigtausend Büchern, Pamphleten und Artikeln, seit sie sich im Jahr 1717[1] der Welt offenbarte. So viel ist darüber geschrieben worden, dass es unmöglich wäre, alles in der Zeit abzudecken, die ich habe. Aber ich werde versuchen, Ihnen die wichtigsten Punkte zu vermitteln.
  • Die Freimaurerei ist eine der ältesten und größten nicht-religiösen, nicht-politischen Bruderschaften und karitativen Organisationen der Welt. Sie hat über 4 Millionen Mitglieder weltweit. Von ihren Mitgliedern wird erwartet, hohes moralisches Ansehen zu haben und sie sind dazu angehalten, offen über ihre Mitgliedschaft in der Freimaurerei zu reden.[2] Nur Männer können Freimaurer sein, und sie treffen sich in einer Gruppe, die „Loge” genannt wird.

Diese Zeremonien verlangen ein hohes Maß an persönlicher Beteiligung. Eine dieser Zeremonien stellt zum Beispiel das Drama der Ermordung eines Mannes namens Hiram Abiff dar, von dem behauptet wird, dass er der Architekt des Tempels Salomos war. In dieser Bühnenbearbeitung würden Sie, wenn Sie ein neues Mitglied wären, die Rolle des Hiram Abiff übernehmen. Die Freimaurer verwenden diese aktive Teilnahme, um den Lerneffekt zu verstärken.

Manche Forschungsarbeiten über das Lernen unterstützen die Aussage der Freimaurer, dass es einem Menschen hilft, gelehrte Konzepte zu verstehen und in Erinnerung zu behalten, wenn er mithilfe von Theaterstücken körperlich an Ereignissen beteiligt ist. Ein Professor an meinem College unterrichtet Gedächtnistechniken. Ein Teil von dem, was er lehrt, ist, wie Körperbewegungen dazu beitragen, dass wir mit dem Material interagieren und uns dadurch besser daran erinnern.

Die Freimaurerei flößt ihren Mitgliedern einen moralischen und ethischen Zugang zum Leben ein: Ihre Werte basieren auf Integrität, Güte, Ehrlichkeit und Fairness. Die Freimaurerei lehrt Sorge um alle Menschen, Zuwendung zu den weniger Begünstigten und Hilfe für die, die in Not sind.

  • Traditionellerweise sorgen sie für die Witwen und Waisen und haben sich für karitative Handlungen engagiert. Diese Aktivitäten waren historisch gesehen sehr wichtig, da staatliche Beihilfe für die Armen bis vor Kurzem nicht existiert hat. Mozarts Witwe ist eines der berühmteren Beispiel für jemand, der solche Hilfe empfangen hat.[3]
  • In der heutigen Zeit haben sie noch immer an vielen karitativen Aktionen teilgenommen, wie zum Beispiel Kinderkrankenhäuser zu gründen.

Freimaurerei ist jedoch keine Religion. Die Freimaurer erheben keinen Anspruch, Menschen zu helfen, Erlösung zu finden. Sie akzeptieren Mitglieder jedes Glaubens. Die einzige Vorbedingung ist ein Glaube an Gott, da kein Atheist Freimaurer werden kann.

  • Freimaurer sind Unterstützer von Recht und Ordnung und haben Mitglieder, die als Menschen von hohem Ansehen betrachtet werden. Unter den bemerkenswerten Freimaurern finden sich mehrere der Gründerväter der Vereinigten Staaten, wie George Washington und Benjamin Franklin. Viele Ideen der Gleichberechtigung, Wahl und Mehrheitswahlrecht, die man in den Verfassungen vieler Staaten findet, können auf freimaurerische Lehren und Praktiken zurückgeführt werden.[4]
  • Andere berühmte Freimaurer finden sich im Adel Großbritanniens, auch die deutschen Kaiser Wilhelm I und Friedrich III, sowie Adelige und Regierende vieler europäischer Länder zählten dazu.

Nun, nach dieser kurzen Beschreibung dieser altruistischen und gesetzestreuen Gruppe fragt man sich, warum würde irgendjemand denken, dass es hier ein Problem geben könnte? Warum sind Menschen über die Freimaurer besorgt, und was hat das mit dem Mormonismus zu tun?

Beharren auf Geheimhaltung

Das erste Problem, das einige Menschen mit den Freimaurern haben, ist ihr Beharren auf Geheimhaltung. Selbst Joseph Smith sagte: „Das Geheimnis der Freimaurerei ist es, ein Geheimnis zu bewahren”[5] Während Freimaurer offen sagen, wer zu ihrer Gruppe gehört, versprechen sie, die Zeremonien, die es in der Freimaurerei gibt, nicht preiszugeben.

Sie können viele der Rituale selbst in Büchern nachlesen, die Sie in freimaurerischen Bibliotheken finden können, wie zum Beispiel Duncan’s Ritual of Freemasonry aus dem Jahr 1866, aber Freimaurer glauben, dass die Lektionen, die man durch das Ritual lernt, am Besten verstanden werden, wenn man sie persönlich erlebt, und so reden sie nicht viel darüber.

Die Freimaurer haben Stellen in ihrer Zeremonie, wo sie die Eingeweihten daran erinnern, wie wichtig Geheimhaltung ist. Diese wurden historisch mit einer Beschreibung gegeben, was man alles eher über sich ergehen lassen würde als die Rituale der Freimaurerei preiszugeben. Ich erinnere mich, als Kind Versprechen der Geheimhaltung gemacht zu haben, wo ich die folgenden Worte rezitiert habe: „Mach ein Kreuz über meinem Herz und ich hoffe zu sterben, stich eine Nadel in mein Aug.” Dieser grausame Kinderreim ist sehr ähnlich zu den Eiden, die es in der historischen Freimaurerei gibt. Viele Gegner der Freimaurerei behaupten jedoch, dass es sich nicht um Eide der Geheimhaltung handelt, sondern um Vergeltungsschwüre handelt, um Aufrufe zur Gewalt.

Beziehung zu Religion

Das zweite Problem, das manche mit der Freimaurerei haben, ist ihre Beziehung zu Religion. Erinnern wir uns, es gibt keine Erlösung durch die Freimaurerei, und sie ist keine Religion. Die Freimaurer akzeptieren Mitglieder aus allen Glaubensrichtungen und motivieren ihre Mitglieder zu Kirchenbesuchen. Aber da es eine Betonung auf Moral und Glauben an Gott gibt, argumentieren manche, dass Freimaurerei eine Pseudoreligion ist, und da sie den Glauben an Christus nicht verlangt, ist sie böse.

Die katholische Kirche hat eine besonders feindselige Beziehung zur Freimaurerei. Im 18. Jahrhundert wurde sie von den folgenden katholischen Kirchenmännern verdammt: Papst Clemens der XII. im Jahr 1738, Papst Benedikt der XIV. im Jahr 1751; dazu auch noch Kardinal Giuseppe Firrao, Minister des päpstlichen Staates in 1739.[6] Diese Verurteilungen führten folgende Gründe an: Die Geheimhaltung, mit der sich die Freimaurer umgeben, die Eide, die sie schwören und der Verdacht, gegen den Frieden und die gute Ordnung der Gesellschaft zu verstoßen.[7] Es ist ziemlich sicher, dass der Papst sie auch der Häresie verdächtigte, und zwar wegen ihrer Treffen, bei denen sowohl Katholiken als auch Nicht-Katholiken zusammen trafen. Auf Häresie stand damals die Todesstrafe.[8]

Andrew Michael Ramsay

Es ist nicht mit Sicherheit bekannt, aber es ist möglich, dass die erste päpstliche Verurteilung im Jahr 1738 zum Teil wegen der Handlungen von Andrew Michael Ramsay ausgesprochen wurde, eines Ritters, der für den abgesetzten König von England arbeitete.

Er ging nach Frankreich und bemühte sich, dass sich die Franzosen in der Freimaurerei engagierten. Die Franzosen waren anscheinend nicht sehr an einer Gruppe interessiert, die sich auf die Arbeit von Steinmetzen fokussierten, und so hielt Ramsey im Jahr 1738 eine berühmte Rede, in der er eine völlig neue Geschichte der Freimaurerei präsentierte.

Er behauptete, dass die Freimaurerei nicht von den Steinmetzen in Schottland stammte, sondern antike Ursprünge habe und durch die Kreuzfahrer im Heiligen Land nach Europa gekommen wäre, die sich mit den Johanniter Rittern verschworen hätten, den Tempel zu den Christen zu bringen.[9] Plötzlich gab es riesiges Interesse an der Freimaurerei. Es wurde damals angedeutet und viele glauben das heute noch, dass die Tempelritter, von denen viele eingekerkert und von der katholischen Kirche am Freitag, dem 13. Oktober 1307 exkommuniziert worden waren, bei den Freimaurern Schottlands Unterschlupf gefunden hatten. Es wurde weiters behauptet, dass sie die Geheimnisse des Tempelberges den Freimaurern bekannt gegeben hätten. Diese Geschichte schafft die Verbindung zwischen den Freimaurern und den Templern, die wir heute so oft in Büchern und Filmen finden.

Protestantische Reformatoren

Angeblich haben die Freimaurer auch einigen protestantischen Reformatoren Unterschlupf gegeben, was die katholische Kirche sicher nicht glücklich gemacht hat.

In Italien in den späten Jahren des 19. Jahrhunderts gab es eine nationalistische Bewegung, die danach trachtete, die weltliche Macht der katholischen Kirche zu brechen. Zwei der Anführer dieser Bewegung, Camillo Benso, Graf von Cavour und Giuseppe Garibaldi waren beide Freimaurer, und so veröffentlichte der Papst eine ganze Reihe päpstlicher Bullen, die die Freimaurerei mit der Absicht verdammte, die Hoffnungen dieser beiden Männer zu dämpfen und die weltliche Macht der katholischen Kirche in Italien zu erhalten.[10]

Italieniscshe Maurerloge der Neuzeit

In der Neuzeit war eine italienische Maurerloge namens Propaganda Due (P2) an zahlreichen Skandalen beteiligt und wurde im Jahr 1976 „schlafen gelegt”, nicht jedoch aufgelöst. Damit war sie offiziell inaktiv. Die Loge arbeitete aber weiter als eine Gruppe, die jedoch der Großloge nicht mehr angegliedert war. Viele hohe Regierungsmitglieder gehörten zu dieser pseudofreimaurerischen Loge. Über die Jahre wurde die Loge von einem Mann namens Licio Gelli geführt, Mitglieder der Loge wurden mit zahlreichen Verbrechen in Verbindung gebracht, inklusive dem Kollaps der dem Vatikan-nahen Banco Abrosiano, dem Mord am Journalisten Mino Pecorelly und dem Banker Roberto Calvi, sowie mit Korruptionsfällen im Zusammenhang mit dem Bestechungsskandal Tengentopoli.[11]

Diese Beispiele zeigen, warum es historische Probleme zwischen Freimaurern und Katholiken gibt.

  • Unter Protestanten gibt es gemischte Ansichten über die Freimaurerei. Anti-maurerische Rhetorik findet sich vorallem bei fundamentalistisch-evangelikalen Christen, die glauben, dass die Freimaurerei als eine „böse Organisation, die dem Okkulten verpflichtet ist” anzusehen sei. Diese Art Kritik begann im 19. Jahrhundert und dauert bis heute an.[12]
  • Wenn wir unsere Aufmerksamkeit auf die deutschsprechenden Länder richten, so finden wir, dass es in Bayern einer Gruppe gab, die nicht der Freimaurerei zugehörte, aber die viele mit den Freimaurern verwechseln: Die Illuminati. Im Jahr 1776 richtete Adam Weishaupt, der Dekan der juridischen Fakultät an der Universität Ingolstadt den „Orden der Illuminati” auf und konstruierte eine legendäre Historie, die die Ursprünge dieser Organisation nach Persien und 2000 Jahre vorverlegte. Anders als die Maurer, die sich bemühen, unpolitisch zu bleiben, plante Weishaupt, diese neue Organisation zu verwenden, um das Königreich Bayern zu stürzen und die Monarchie mit einer Art republikanischer Regierung zu ersetzen. Ein Jahr später wurde Weishaupt als Freimaurer in München initiiert und begann, unter den Freimaurern Anhänger zu werben. 1784 wurde die Gruppe entdeckt und aus Bayern verbannt – zusammen mit den Freimaurern. Die aggressiven Maßnahmen der Polizei zerstörten den Orden, aber selbst heute noch gibt es Gerüchte darüber, und der Orden der Illuminati wird in modernen Romanen und Filmen gerne als „die Bösen”verwendet. Hier ist es wichtig, sich daran zu erinnern, dass die Illuminati nie eine Freimaurerloge waren.

Man vermutete zu Hitlers Zeiten Verbindungen der Juden zu Freimaurern

In neuerer Zeit lehrten die Nazis unter Adolf Hitler unter Berufung auf ein Buch aus dem Jahr 1897, das den Titel „Die Protokolle der Weisen von Zion”, dass die Juden im Geheimen die Freimaurer kontrollierten und dass die beiden Gruppen zusammenarbeiteten, um die Weltherrschaft zu erlangen.[13] Antisemitismus wurde eng mit Antimaurerei verknüpft. Die Ironie liegt darin, dass die meisten Freimaurer Christen waren. Es gab damals nur sehr wenige jüdische Freimaurer. Das antisemitische und antimaurerische Buch „Protokolle der Weisen von Zion” war tatsächlich eine Fälschung, die die russische Geheimpolizei fabriziert hatte. Trotzdem wurde es zu einem zentralen Teil der Nazi Propaganda und wird auch heute noch in vielen Ländern gelesen. Wann immer die Nazis Städte einnahmen, drangen sie innerhalb von 24 Stunden in die Freimaurerlogen ein, sammelten alle Bücher und Berichte und sandten diese nach Berlin.[14] Die Nazis hofften, von antiken Geheimnissen des Tempels zu lernen, von denen sie glaubten, die Freimaurer würden sie vor der Welt verborgen halten. Als das russische Militär in Deutschland einfiel, wurden diese Bibliotheken eingenommen und nach Moskau geschickt. Diese Bibliotheken wurden erst im Jahr 2000 zurückgegeben.[15] Keine großen Geheimnisse oder Skandale wurden in diesen Büchern entdeckt.

Freimaurerei in Amerika

In Amerika war die Freimaurerei einige Zeit lang populär, aber dann fiel sie in Ungnade. Im Jahr 1826 drohte William Morgen, er war Maurer von Beruf, die Rituale der Freimaurerei zu enthüllen. Morgan verschwand und man nahm an, er sei ermordet worden, aber sein Verleger veröffentlichte sein Buch trotzdem. Es gab einen gewaltigen öffentlichen Aufschrei, da die Menschen annahmen, dass die Freimaurer Herrn Morgan umgebracht hätten. Das führte dazu, dass die Freimaurer eine Zeitlang unbeliebt waren, und eine neue politische Partei wurde gegründet, die als die „Anti-Freimaurerische” Partei bekannt wurde.

  • W.W. Phelps war ein Mitglied dieser Partei und schrieb für eine antifreimaurerische Zeitung. Er schloss sich später der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage an und wurde einer der Schreiber für Joseph Smith und später auch Assistierender Präsident der Kirche.
  • Die Witwe von Morgan, Lucinda Morgan Harris, schloss sich ebenso der Kirche an, und einige glauben, dass sie an Joseph Smith gesiegelt wurde, obwohl die Beweislage dafür unklar ist.

Verbindung der Freimaurer mit den Mormonen

Das bringt uns zur Verbindung mit der Geschichte der Mormonen. Die Heiligen hatten unter den Händen des Mobs in Far West in Missouri viel gelitten. Sie entkamen ostwärts über den Fluss nach Illinois, wo sie die Stadt Nauvoo bauten. Joseph suchte nach einem Weg, die Mitglieder der Kirche vor ihren nichtmormonischen Nachbarn zu beschützen und interessierte sich für die Freimaurer. Als Teil ihrer Zeremonien schwören die Freimaurer einen Eid, einander zu beschützen und für einander zu sorgen. Es schien die perfekte Lösung zu sein: Die Heiligen wurden Freimaurer und fielen dadurch unter den Schutzmantel ihrer nichtmormonischen Freimaurernachbarn, während sie die alten Rituale der Freimaurerei kennenlernten, von denen man damals annahm, dass sie in die Zeit Salomos zurückdatierten. Apostel John A. Widtsoe schrieb später, dass Joseph Smith in die Freimaurerei eingeführt wurde, um „den Geist der Brüderlichkeit” zu fördern und „die Verfolgungen durch den Mob, welcher die Kirche in Ohio und Missouri ausgesetzt war”, zu verringern. Letztlich „schlugen [Josephs] Versuche fehl, genügend Freunde durch die Freimaurerei zu gewinnen, um die Verfolgung zu beenden”. Es wird behauptet, dass Joseph während seines Martyriums das Freimaurerische Notzeichen machte und dennoch taten seine nichtmormonischen freimaurerischen Brüder nichts, um zu helfen. Einige waren wahrscheinlich unter den Mördern. Das führte Brigham Young später dazu, in Bezug auf jene Freimaurer in Illinois zu sagen, dass „Joseph und Hyrum …von den Freimaurern getötet wurden…”.[16]

An dieser Stelle hinterfragen viele Mitglieder der Kirche, wie Joseph Smith und die Mormonen in Nauvoo sich den Freimaurern anschließen konnten, wo doch das Buch Mormon klar sagt, dass geheime Verbindungen vom Teufel kommen. Freimaurer halten ihre Zeremonien geheim, also müssen sie eine geheime Verbindung sein, richtig? Sogar Martin Harris, der selbst ein Antifreimaurer war, pries das Buch Mormon als neue „anti-freimaurerische Bibel”.[17]

Freimaurer, eine „geheime Verbindung”?

Eines unserer Hilfsmittel, das alphabetische Verzeichnis auf LDS.ORG, definiert „geheime Verbindung” so:

Eine Vereinigung von Menschen, die durch Eide aneinander gebunden sind, um die bösen Ziele der Gruppe zu verwirklichen. [18]

Im 2. Nephi 9:9 heißt es über den Teufel, dass er „die Menschenkinder zu geheimen Verbindungen des Mordens und zu allerart geheimen Werken der Finsternis aufstachelt”.

Weiters sagte Elder Melvin J. Ballard in der Generalkonferenz:

Das Buch Mormon lehrt, daß geheime Verbindungen, die Verbrechen begehen, nicht nur für den einzelnen oder die Familie eine ernsthafte Bedrohung darstellen, sondern auch für den gesamten Staat. Unter den geheimen Verbindungen unserer Zeit finden sich Banden, Drogenkartelle und organisierte Verbrecherfamilien. Die geheimen Verbindungen unserer Zeit funktionieren ähnlich wie die Gadiantonräuber zur Zeit des Buches Mormon. Sie haben Geheimzeichen und Codewörter. Sie nehmen Geheimriten und Initiationszeremonien vor. Sie wollen, unter anderem, „morden und plündern und stehlen und Hurerei und allerart Schlechtigkeit begehen, gegen die Gesetze ihres Landes und auch gegen die Gesetze ihres Gottes.”[19]

Wenn wir diese prophetischen Warnungen mit den Freimaurern vergleichen, dann passt die Definition von geheimen Verbindungen nicht auf sie. Die Freimaurer als Gruppe planen keine Morde. Sie planen, Spitäler zu finanzieren. Die Freimaurer planen nicht, Regierungen zu stürzen, das wären Gruppen, wie die Illuminati. Die Freimaurer plündern nicht, sie stehlen nicht und sie begehen auch keine Hurerei. Tatsächlich lehren sie sogar gegen diese Dinge und schließen Mitglieder aus, die so etwas begehen.

Freimaurerloge in Nauvoo

Nun, am 29. Dezember 1841 wurde die Freimaurerloge von Nauvoo organisiert. Am 15. März 1842 wurde Joseph Smith als Lehrling eingeführt und später im gleichen Monat zum Meister erhoben.

Tempelzeremonien

Am 4. Mai desselben Jahres stellte Joseph neun Männern das neue Endowment vor, und zwar im zweiten Stockwerk des roten Backsteingebäudes, wo der er ein Büro und ein Geschäft hatte. Er hatte das zweite Geschoss für diese Gelegenheit vorbereitet, indem er Leinwandtücher aufgehängt hatte, die den Raum in fünf Unterräume teilte, die die Schöpfung, den Garten Eden, die Erde nach der Vertreibung Adams und Evas, die Welt in der wir leben und den celestialen Raum unterteilte.[20] Neun der engsten Nachfolger von Joseph erhielten dort als Erste ihr Endowment.

Nach dem Ende des Endowment sagte Joseph zu Brigham Young,

„Das ist nicht richtig angeordnet, aber wir haben das Beste gemacht, unter den Umständen, die wir haben, und ich möchte, dass Du diese Sache in die Hand nimmst und organisierst und all diese Zeremonien mit Zeichen, Kennzeichen, Strafzeichen und Schlüsselwörtern organisierst.” Brigham kommentierte das so: „Ich habe das gemacht, und jedes Mal habe ich mehr erhalten, sodass ich, als wir durch den Nauvoo-Tempel gingen, verstand und wusste, wie ich sie dort platzieren sollte. Wir hatten unsere Zeremonien ziemlich richtig.”[21]

Wenn also Joseph die Zeremonien des Endowments im Tempel geschaffen hat, nachdem er ein Freimaurer wurde, hat er die Ideen einfach von der Freimaurerei kopiert?

Um dies zu beantworten, lassen Sie uns zuerst darüber sprechen, was in einem HLT.-Tempel vorgeht, und zwar so, wie es in diesem Rahmen hier angebracht ist.

Die Taufe

Die erste und vertrauteste Verordnung im Tempel ist die Taufe für Verstorbene. Taufen werden in einem Taufbecken durchgeführt, das auf den Rücken von zwölf Ochsen ruht. Das Taufbecken ist einem Becken nachempfunden, das im Tempel Salomos stand und in 2. Chronik 4:4 beschrieben ist.

Das Meer stand auf zwölf Rindern. Von ihnen schauten drei nach Norden, drei nach Westen, drei nach Süden und drei nach Osten. Das Meer ruhte oben auf den Rindern. Ihre Hinterteile waren nach innen gekehrt.

Nach der Taufe konfirmieren wir die, die als Mitglieder der Kirche getauft wurden, und danach ordinieren wir die Männer zum Priestertum.

Die Waschung und Salbung

Die zweite Zeremonie im Tempel ist Waschung und Salbung, wo man symbolisch gewaschen und gesalbt wird. Dies ist im Buch Exodus, Kapitel 40, verse 12 und 13 beschrieben, wo es heißt:

Dann lass Aaron und seine Söhne zum Eingang des Offenbarungszeltes herantreten und wasche sie mit Wasser!

Bekleide Aaron mit den heiligen Gewändern, salbe und weihe ihn, damit er mir als Priester dient.

Das Endowment

Die dritte ist das Endowment oder die Begabung, wo man durch Film und persönliche Teilnahme am Drama symbolisch aus der Gegenwart Gottes fällt, Bündnisse schließt, Gott und Jesus Christus zu folgen, und schließlich in die Gegenwart Gottes zurückkehrt.

Die Siegelung oder Eheschließungszeremonie

Viertens gibt es die Siegelung oder Eheschließungszeremonie, wo Paare aneinander gesiegelt werden, und wo Eltern und Kinder aneinander gesiegelt werden, und zwar als Familie für Zeit und alle Ewigkeit.

Vergleich mit Freimaurerei

Wie sieht das im Vergleich mit der Freimaurerei aus? In der Freimaurerei gibt es keine Taufe. In der Freimaurerei gibt es keine Konfirmation. In der Freimaurerei gibt es keine Waschung und Salbung, außer in einem sehr obskuren Ritus. In der Freimaurerei gibt es keine Siegelung. in der Freimaurerei gibt es das Konzept der Arbeit für Verstorbene nicht. In der Freimaurerei gibt es auch keine Erlösung durch Jesus Christus. Das meiste, was im Tempel vor sich geht, hat keine Ähnlichkeit mit irgendwas aus der Freimaurerei. Es gibt jedoch Ähnlichkeiten, über die ich später sprechen werde.

  • Viele der frühen Heiligen, die das Nauvoo-Tempel Endowment empfangen hatten, waren schon Freimaurer. In diese Gruppe fallen Brigham Young, Willard Richards, Willaim Marks, Hyrum Smith und Heber C. Kimball. Sie scheinen geglaubt zu haben, dass die Freimaurerei eine abgefallene Form des Tempeldienstes im Tempel Salomos war. Genau so, wie sie kein Problem damit hatten, dass Joseph Offenbarungen über abgefallene Praktiken im Christentum empfing, so hatten sie auch kein Problem damit, dass Joseph Offenbarung darüber erhielt, wie die Tempelzeremonie durchgeführt werden sollte. Sie scheinen nicht geglaubt zu haben, dass die Tempelzeremonie einfach von der Freimaurerzeremnie abgekupfert war.
  • W.W. Phelps und Lucinda Morgan Harris, die beide eifrige Antifreimaurer waren – Lucinda, deren erster Mann angeblich von den Freimaurern ermordet worden war -, hatten keine Probleme damit, im Nauvoo-Tempel ihr Endowment zu empfangen. Sie glaubten sichtlich nicht, dass die Tempelzeremonie eine freimaurerische Zeremonie war.Nachdem die Tempelzeremonien im Nauvoo-Tempel vollzogen worden waren, fuhr die Freimaurerloge mit ihrer Arbeit fort. Es ist also klar, dass Kirchenmitglieder, die auch Freimaurer waren, nicht das Gefühl hatten, dass der Tempel die Freimaurerei ersetzte.

Sogar die antimormonische Autorin Fanny Stenhouse schrieb

„Es ist allgemein immer berichtet und von sehr vielen geglaubt worden, dass die Mysterien des Endowment House nur eine Art Initiation nach den Riten der Freimaurer war; aber ich brauche wohl kaum zu sagen, dass diese Behauptung, wenn man sie im Licht der Fakten betrachtet, ganz und gar unbegründet und absurd ist.”[22]

Wenn sich also Mormonen und Antimormonen gleichermaßen einig sind, dass die Tempelzeremonie der Mormonen nicht freimaurerisch ist, warum gibt es dann noch immer diese Frage, ob e seine Verbindung gibt?

Ähnlichkeiten

Die Frage hat Bedeutung, weil es ein paar Ähnlichkeiten zwischen den freimaurerischen Ritualen und der Endowment Zeremonie gibt, ein paar gemeinsame Phrasen und Handlungen, die in beiden verwendet werden. Zusätzlich gibt es einige Symbole nach Art der Freimaurer außen am Salt-Lake-Tempel.

  • Schauen wir uns nun diese Ähnlichkeiten an. Beginnen wir mit den Symbolen am Salt-Lake-Tempel. Bevor der Salt-Lake-Tempel gebaut wurde, sandte Brigham Young Architekten nach Europa, um viele der großen Kathedralen zu studieren. Es ist wahrscheinlich, dass sie viele ihrer Entwürfe und Ideen für Symbole von diesen Gebäuden genommen haben, da man alle diese Symbole dort finden kann. Matthew Brown, der die Bücher „Symbole im Stein” und „Die Verbindung zwischen Mormonen und Freimaurern” geschrieben hat, sagte, dass Joseph Smith über viele dieser Symbole gesprochen hatte, noch lang bevor er Freimaurer wurde. Wenn wir das in Erinnerung behalten, sehen wir, dass die Symbole des Tempels und der Tempelarchitektur tief in der westlich-christlichen Kultur verwurzelt sind. Auf einigen Gebäuden in Europa findet man Abbildungen eines Handschlags, Sterne, Pentagramme und das Allsehende Auge. Eine große antimormonische Website behauptet, dass die Phrase „Heilig dem Herrn”, die sich auf unseren Tempel findet, von den Freimaurern kopiert ist, obwohl sie mehrfach in der Bibel vorkommt, üblicherweise im Zusammenhang mit dem Tempeln des Altertums, was diese zu einer wahrscheinlicheren Quelle macht.
  • Kommen wir jetzt zu den Ähnlichkeiten in den Zeremonien. Die Tempelzeremonie des Endowments wird uns als ritualistisches Drama präsentiert. Freimaurerische Zeremonien sind ebenso ritualistische Dramen, also sind sie in der generellen Form ähnlich. Die Endowment-Zeremonie beginnt mit der Schöpfung und dem Garten Eden, und führt uns Schritt für durch unsere Rückkehr in Gottes Gegenwart, während der Handlungsstrang des Dramas des Meister-Freimaurers sich auf den Mord am Baumeister des Salomonischen Tempels konzentriert und dafür geschaffen ist, Charakter und Integrität zu lehren. Es gibt ein paar Kritiker, die sagen, dass eine Freimaurer-Gruppierung den Garten Eden in ihren Ritualen verwenden, aber das was eine Frauengruppe in Frankreich, die nur ein paar Jahre existierte, es ist also zweifelhaft, dass Joseph irgendetwas über diese Rituale gewusst hatte. In jedem Fall gibt es andere Quellen für die Geschichte vom Garten Eden als eine kleine Gruppe von Frauen, die sich in einer geheimen Loge in Frankreich trafen.

Es gibt ein paar kurze Phrasen und Kennzeichen von Bündnissen, die in der Tempelzeremonie, die gleich sind wie Phrasen und Kennzeichen von Versprechen, die in der Freimaurerei verwendet werden, aber die freimaurerischen Phrasen und Kennzeichen haben nichts zu tun mit Themen, Lehren oder Bündnissen des Tempels. Es ist auch interessant, dass diese gleichen, kurzen Phrasen nicht wichtige Phrasen des Endowments sind. Als das Endowment erstmals gegeben wurde, war es viel länger als heute, als es gekürzt wurde, sind diese freimaurerartigen Phrasen beinahe vollständig gestrichen worden.[23]

Der katholische Gelehrte Massimo Introvigene schreibt:

„Antimormonen … lesen oftmals zu viel in [die Übereinstimmungen zwischen dem Endowment und dem Freimaurer-Ritual].” Weiters sagt er: „Smith hatte die freimaurerische Ritualsprache dazu verwendet, seinen Nachfolgern, die mit Freimaurerei vertraut waren, eine Lehre zu bestätigen, die keine ,Gemeinsamkeiten‘ mit irgendetwas hatte, das sie in der Freimaurerloge gehört hatten.”

In den Freimaurerritualen werden Einzelpersonen „Grade” verliehen. Die drei Grundgrade sind Lehrling, Geselle und Meister. Jeder dieser Grade hat seine eigene Zeremonie, und zusammen sind sie bekannt als die „Blaue Loge”. Während der Eingeweihte Versprechen macht, gibt er die Hand oder führt andere Körperbewegungen, um seine Zustimmung zu zeigen.

Wenn man es genau bedenkt, gibt es in unserer Kultur einige Möglichkeiten, ein Versprechen zu geben oder einen Bund zu machen, wie zum Beispiel mit unserem Namen auf Papier zu unterschreiben, jemandem die Hand zu schütteln, unsere rechte Hand rechtwinklig zu heben, in Wasser untergetaucht werden, Brot zu essen und Wasser oder Wein zu trinken, oder sogar den Brauch amerikanischer Cowboys aus dem Fernsehen nachzuahmen, indem man sich in die Hände spuckt und diese dann reicht. All diese Dinge sind Kennzeichen des Versprechens, das wir machen.

Zeichen eines Bündnisses

In allen Zeiten hat Gott auch verschiedene Methoden oder Zeichen verwendet, um ein Bündnis zu schließen. In Genesis 17:11, wo es um die Beschneidung geht, heißt es: „Am Fleisch eurer Vorhaut müsst ihr euch beschneiden lassen. Das soll geschehen zum Zeichen des Bundes zwischen mir und euch.” Und in Genesis 9:12 spricht Gott über den Regenbogen und sagt: „Das ist das Zeichen des Bundes, den ich stifte zwischen mir und euch und den lebendigen Wesen bei euch für alle kommenden Generationen.” In Exodus 12:13, als die Israeliten Blut auf den Türstock schmieren, sagt Gott: „Das Blut an den Häusern, in denen ihr wohnt, soll ein Zeichen zu eurem Schutz sein.” Im Buch Mormon, als Hauptmann Moroni das Volk auffordert, Gott zu folgen – wir lesen das in Alma 46:21 – zerreißen die Nephiten ihre Gewänder „zum Zeichen oder zum Bund, daß sie den Herrn, ihren Gott, nicht verlassen wollten”.

Ein Kennzeichen ist eine physische Handlung, von der Gott will, dass wir sie ausführen, während wir ein Versprechen geben. Erinnern Sie sich daran, dass wir jeden Tag Kennzeichen von Versprechen machen, wenn wir unsere Unterschrift unter wichtige Dokumente setzen. Zu unterschreiben ist eine physische Handlung, die die Versprechen repräsentieren, die wir machen. Im 2. Buch der Könige wird Naaman aufgefordert, sich sieben Mal im Jordan zu waschen, um von Lepra geheilt zu werden. Wir alle wissen, dass die Wasser des Jordan Lepra nicht heilten, sondern dass Naamans Bereitschaft, sich vor Gott zu demütigen den Weg bereiteten, dass Gott ihn heilte.

Was auch immer die physische Handlung ist, die wir machen, das wichtige ist das Bündnis oder Versprechen, das wir machen, und nicht, welches Symbol wir für dieses Versprechen verwenden. Es ist jedoch wichtig anzumerken, dass der Herr uns Methoden geboten hat, um bestimmte Bündnisse zu repräsentieren, so wie er Naaman geboten hat, sich sieben Mal im Jordan zu waschen. Wir sollten also nicht die göttliche Quelle dieser Kennzeichen unberücksichtigt lassen.

Der York-Ritus und der schottische Ritus

Es gibt noch andere nicht verbindliche Grade in der Freimaurerei, die in zwei Gruppen organisiert sind: Der York-Ritus und der schottische Ritus. Eine der Zeremonien des York-Ritus wird der Grad des Royal Arch genannt, und er wurde wegen Ähnlichkeiten als mögliche Quelle für den Tempel gehandelt. Die Zeremonie für den Royal Arch beinhaltet priesterliche Roben und Durchschreiten eines Vorhanges, um in das Allerheiligste zu gelangen. Aber bevor wir diese Ähnlichkeiten überbewerten, sollten wir daran denken, dass Joseph Smith ein Meister des dritten Grades in einer blauen Loge der Freimaurerei war und den Royal Arch Grad nie verliehen bekommen hat. Es gab ein paar Mitglieder in Nauvoo, die Mitglieder des Royal Arch waren, wie zum Beispiel Newel K. Whitney,[24] aber Joseph Smith hat diese zusätzlichen Schritte nie unternommen. Außerdem sind die Ähnlichkeiten, nämlich priesterliche Roben, ein Vorhang des Tempels und ein Allerheiligstes, klar in der Bibel angeführt.

andere Ähnlichkeiten

  • Sowohl Freimaurer in ihrer Loge als auch Mormonen in ihrem Tempelendowment verwenden Schürzen, wiederum aber mit sehr unterschiedlicher Bedeutung und sehr unterschiedlichem Zweck. Die Verwendung durch die Heiligen der Letzten Tage kann auf Genesis 3:7 zurückgeführt werden: „Da gingen beiden die Augen auf und sie erkannten, dass sie nackt waren. Sie hefteten Feigenblätter zusammen und machten sich einen Schurz.” Die Verwendung durch die Freimaurer bezieht sich auf Schürzen, die ein Maurer im Steinbruch trägt und stellt für die Freimaurer die Ehre eines reinen Lebens dar. Die Freimaurerschürze ist aus weißem Lammfell gemacht, die Schürze der Mormonen aus grünem Stoff.
  • Heilige der Letzten Tage im 19. Jahrhundert dachten, dass sowohl die Freimaurerei als auch das Tempelendowment von Tempelritualen des Altertums stammen. Hugh Nibley, Matthew Brown und Jeffrey Bradshaw haben in unserer Zeit in ihren Arbeiten nachgewiesen, dass es Verbindungen gibt zwischen dem, was in neuzeitlichen Tempeln geschieht und dem, was in Tempeln des Altertums gemacht wurde.[25] Unsere neuzeitlichen Tempel scheinen den Grundthemen der alten Tempel zu entsprechen, indem wir uns symbolisch vom Menschen in seinem gefallenen Zustand zurück in Gottes Gegenwart bewegen. Während das nicht der Hauptzweck der Freimaurerrituale ist, kann es möglich sein, dass manche Aspekte der Freimaurerrituale einigen alten Tempelthemen nachempfunden sind. Es gibt noch immer viel Uneinigkeit über die Quelle der Freimaurerrituale und ob sie aus dem Altertum oder aus der Neuzeit stammen. Viele Historiker glauben, dass diese Rituale im 17. Jahrhundert geschaffen wurden, aber es gibt hier ganz klar einen biblischen Einfluss.

Unterschiede

Zu guter Letzt machen wir im Tempel die Bündnisse, um Gott zu folgen. Greg Kearney, ein Meister der Freimaurer und Heiliger der Letzten Tage, weist uns darauf hin, dass „das Endowment offenbarte Lehre [ist], die notwendig für die Erlösung der Heiligen ist. Es lehrt uns Gottes Beziehung zum Menschen, unsere Pflichten und unsere Verantwortung.”[26]

Weiters stellt er klar, dass wir das Endowment haben, die Botschaft also, und das Ritual des Endowments, also den Boten. Das Ritual hat sich von Zeit zu Zeit geändert, während das Endowment selbst sich nicht wirklich verändert hat.

Denken wir darüber wie über einen Taufgottesdienst. Wir haben die Taufe, wo wir Bündnisse machen, und wir haben den Taufgottesdienst, wo wir Ansprachen, Gebete und Lieder haben. Man kann die Ansprachen und Lieder austauschen, und es bleibt noch immer ein gültiger Taufgottesdienst.

Und schließlich: Die Freimaurerei kümmert sich um die Beziehung des Menschen zum Menschen, wogegen der Tempel sich um die Beziehung des Menschen zu Gott kümmert. Während es ein paar Gemeinsamkeiten zwischen den Freimaurerritualen und den Tempelritualen geben mag, sind die Lehren, die Bündnisse und der Zweck völlig anders.

Hat Joseph Smith einige Worte und Symbole verwendet, um die Tempelzeremonie zu schaffen? Vielleicht, aber das macht nur einen kleinen Teil der Form und nichts von Bedeutung aus.

  • Haben die Freimaurer Worte und Symbole vom Tempel Salomons verwendet, um ihre Freimaurerzeremonien zu schaffen?
  • Oder sind diese ausschließlich Erzeugnisse des 17. Jahrhunderts? Ich glaube nicht, dass irgendwer mit Sicherheit die Antwort kennt. Aber es spielt wirklich keine Rolle. Denn die Behauptung, dass Joseph Smith die ganze Tempelzeremonie von der Freimaurerei „geliehen” hat, egal ob diese nun im 17. Jahrhundert geschaffen worden ist oder nicht, ist eindeutig falsch.
  • Obwohl es ein paar Gemeinsamkeiten gibt, ist der ganze Zweck und die Absicht völlig anders. Statt zu glauben, dass Joseph Smith die Zeremonie von den Freimaurern abgekupfert hat, macht es viel mehr Sinn zu sagen, dass die Mormonen ihre Zeremonie von Gott haben.
  • Ich habe selbst den Einfluss und die Wunder Gottes innerhalb der Mauern des Tempels erlebt, und ich kann die Macht bezeugen, die dadurch kommt, dass wir die Bündnisse, die wir dort schließen, halten. Der Tempel schafft einen heiligen Raum, in dem wir Gott verehren können. Während wir an den Tempelverordnungen teilnehmen, begeben wir uns selbst auf den Pfad, zu ihm zurück zu kehren, sodass unser Leben und das Leben unserer Familien gesegnet werden.

Fußnoten

[1] Robinson, John J. (1990-10-25). Born in Blood: The Lost Secrets of Freemasonry . M. Evans & Company. Kindle Edition. S. 175

[2] http://www.ugle.org.uk/what-is-Freemasonry Stand: 26.4.2015

[3] Jacob, Margaret C, The Origins of Freemasonry, University of Pennsylvania Press, 2007 S. 72

[4] ebenda S. 15

[5] J. Smith, Jr., Scriptural Teachings of the Prophet Joseph Smith, 19 December 1841, Erstveröffentlichung 1938, S. 329.

[6] Benimeli, Josè A Ferrer, “Freemasonry and the Catholic Church”, Handbook of Freemasonry, Brill 2014 p. 151

[7] ebenda

[8] ebenda

[9] Robinson, John J. (1990-10-25). Born in Blood: The Lost Secrets of Freemasonry. M. Evans & Company. Kindle Edition. S. 183

[10] Bodgan, Henrik and Jan Snoek, Handbook of Freemasonry, Brill 2014 S. 26

[11] http://en.wikipedia.org/wiki/Propaganda_Due , Stand 1. Mai 2015

[12] Introvigene, Massimo “Freemasonry and the New Religious Movements”, Handbook of Freemasonry, Brill 2014 S. 312.

[13] Bodgan, Henrik and Jan Snoek, Handbook of Freemasonry, Brill 2014 S. 28, 214-215,

[14] Jacob, Margaret, The Origins of Freemasonry, University of Pennsylvania Press, S. 7

[15] [1] Jacob, Margaret, The Origins of Freemasonry, University of Pennsylvania Press, p. 8

[16] Woodruff, Wilford, Journal zitiert in “Journal of Mormon History Vol. 18, No. 2, 1992,” auf: http://digitalcommons.usu.edu/mormonhistory/vol18/iss2/1

[17] “The Golden Bible”. 1831 The Geauga Gazette. Painseville, Ohio, March 15, 1831:1

[18] https://www.lds.org/scriptures/gs/secret-combinations?lang=deu

[19] https://www.lds.org/general-conference/1997/10/standing-for-truth-and-right?lang=deu

[20] Lucius N. Scovil[le], Letter to the Editor dated February 2, 1884 as quoted in Homer, Michael W Joseph’s Temples, University of Utah Press, 2014 S. 205

[21] L. John Nuttall, Diary, February 7 1877, Special Collections, Lee Library

[22] Mrs. T. B. H. [Fanny” Stenhouse, “Tell it All”: The story of a Life’s Experience in Mormonism. Hartford, CT: A. D. Worthington & Co., 1874 S. 354

[23] Introvigene, Massimo Freemasonry and the New Religious Movements, Handbook of Freemasonry, Brill 2014 S. 312.

[24] Mackey, Encyclopaedia of Freemasonry, 1:327. Sowie “Masonic,” Norwalk (Ohio) Reporter and Huron Advertiser, February 9, 1828.
[25] Siehe http://www.mormoninterpreter.com/jeffrey-m-bradshaw-on-what-did-joseph-smith-know-about-temple-ordinances-by-1836/ und die Bücher Temple Themes in the Book of Moses, von Jeffrey M. Bradshaw, Hugh Nibley Temple and the Cosmos, von Hugh Nibley, und Exploring the Connection Between Mormons and Masons von Matt Brown
[26] Die Botschaft und der Bote: Heilige der Letzten Tage und die Freimaurerei

 

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Last Updated November 07, 2009
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