Mit schwierigen Themen umgehen

von Scott Gordon

Glaube und das, was die Heiligen der Letzten Tage als Zeugnis bezeichnen können sehr zerbrechlich sein. Manchmal können wir auf Information stoßen, die unsere lange gehegten Überzeugungen auf die Probe stellen, oder die uns scheinbar negative Information geben, die wir vorher nicht kannten. Wenn wir auf neue Information stoßen, können wir unser Zeugnis anzweifeln oder uns fragen, wie unser Glaube im Licht der neuen Information intakt erhalten bleiben kann.
Eine Bekannte von mir wurde vor kurzem mit solchen Fragen konfrontiert, und zwar im Zusammenhang mit etwas, das sie gelesen hatte. Da sie wusste, dass ich in der Vergangenheit schon mit solchen Informationen zu tun gehabt hatte, fragte sie mich, wie ich mit schwierigen Themen aus Kirchengeschichte oder Lehre umgehe. Wenn ich so darüber nachdenke, glaube ich, dass es sieben wichtige Regeln gibt:
  1. Machen Sie sich bewusst, dass wir heute mehr Licht und Erkenntnis haben, als zu Joseph Smiths Zeit verfügbar war. Wenn auch die Menschen seiner Zeit direkt von Joseph Smith belehrt wurden, müssen wir uns doch daran erinnern, dass sie keine Sonntagsschulhandbücher oder gar ein vollständiges Buch Lehre und Bündnisse hatten. Sie lernten viele neue und fremde Lehren, was bedeutet, dass sie es gelegentlich nicht richtig machten oder kein vollständiges Verständnis hatten, wie man es richtig machen kann. Wir haben Zeile um Zeile und Grundsatz um Grundsatz gelernt. Das ist ein anderer Glaube als der von jenen, die glauben, dass man, wenn man zu den Leuten am Anfang zurückgeht, die reinste Lehre findet. Wir wissen heute Dinge, die Joseph Smith und Brigham Young nicht wussten. Wir glauben an Propheten der Neuzeit und an fortgesetzte Offenbarung.
  2. Denken Sie daran, dass das Umfeld der frühen Mitglieder das 19. Jahrhundert war, wo allgemeine Ansichten anders waren, als die allgemeinen Ansichten von heute. Mitglieder der Kirche teilten viele der verbreiteten Ansichten ihres Jahrhunderts. Dies sollte uns nicht sehr überraschen, aber doch tut es das oft. Viele dieser Ansichten des 19. Jahrhunderts wären heute nicht mehr gesellschaftsfähig. So zum Beispiel Ansichten über Schwarze, amerikanische Ureinwohner, Frauen, Familien, Wissenschaft und sogar die Arbeit.
  3. Denken Sie daran, dass wir nicht alle Information haben. Oft meinen wir, dass Angelegenheiten schwierig sind, weil wir uns beim Versuch herauszufinden, was geschehen ist, nur auf ein paar Notizen und Zeitschriften stützen. Diese Notizen und Zeitschriften erzählen oft nicht die ganze Geschichte.
  4. Denken Sie daran, dass sich schon jemand damit beschäftigt hat. Es gibt genug Historiker, Apologeten und Mitglieder in der Kirche, die jeden historischen Sachverhalt gehört haben, den Sie als schwierig erachten könnten. Während es also sein könnte, dass Sie es zum ersten Mal hören, haben andere starke Mitglieder der Kirche es schon einmal gehört und sind damit klar gekommen.
  5. Denken Sie daran, sich darauf zu konzentrieren, was Sie wissen. Es ist ein allgemeiner Trugschluss, zu denken, dass wir alle Antworten haben müssen. Wenn wir dann etwas hören oder etwas lesen, das wir zuvor nicht wussten, geraten wir manchmal in Panik oder denken, dass es keine Antwort gibt. Zeitweise wenden einige so viel Aufmerksamkeit auf eine Sache, die sie nicht wissen oder verstehen, dass sie dadurch aufhören, sich auf jene Dinge zu konzentrieren, die sie kennen. Was weiß ich sicher? Jesus Christus lebt und liebt alle Kindern Gottes. Das Buch Mormon ist wahr. Ich fühlte den heiligen Geist bei meiner Taufe. Ich habe eine Antwort auf Gebete erhalten. Sich auf diese Dinge zu konzentrieren, die wir wissen, hilft uns, mit Dingen umzugehen, die wir nicht verstehen.
  6. Denken Sie daran, sich mit einer guten Unterstützungsgruppe zu umgeben. Als ich im Internet surfte, stieß ich auf einen gut geschriebenen Artikel, in dem der Autor aus dem neuen Testaments in Griechisch zitierte, um zu zeigen, dass die HLT Interpretation der Heiligen Schrift falsch ist. Ich spreche weder Griechisch noch habe ich ein gutes Verständnis von griechischer Grammatik. Was der Autor sagte, schien richtig zu sein. Ich hatte keine Antwort. Also fragte ich einige der anderen Mitglieder der FAIR Apologetikliste, wie diese Angelegenheit zu behandeln ist. Sie sprachen Griechisch und verstanden griechische Grammatik und waren in der Lage, auf die Trugschlüsse im Artikel hinzuweisen.
  7. Erinnern Sie sich daran, dass Zitate in antimormonischen Büchern häufig aus dem Textzusammenhang oder aus dem kulturellem Kontext gerissen sind. Normalerweise verfolgen diese Artikel außerdem eine bestimmte Absicht und werden in einer befangenen Art oder vorurteilsbehaftet präsentiert. Zum Beispiel legte Danel Bachman an der FAIR-Konferenz 2000 ein Papier über das Buch „Mormonismus – Schatten oder Realität?” von Jerald und Sandra Tanner vor. Was er herausfand ist, dass die Tanners häufig emotional hoch beladene Wörter verwenden. Zum Beispiel wird von Mormonen oft gesagt, dass sie, „den Anspruch erheben”, „zugeben”, „eingestehen” oder „behaupten” oder „bekennen”. Andere Leute dagegen „bestätigen”, „erkennen an”, „sagen aus” und „bezeugen”.

Ich hoffe, dass Ihnen diese sieben Regeln helfen, mit Themen umzugehen, mit denen Sie vielleicht Schwierigkeiten haben, und dass sie Ihnen auch helfen, Ihr Zeugnis zu stärken.

 

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Last Updated November 07, 2009
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