Geistige Erfahrungen als Grundlage für Glauben und Hingabe

von Blake Ostler

Aus dem Englischen:
Spiritual Experiences as the Basis for Belief and Commitment

[Übersetzung eines bearbeiteten Transkripts der Präsentation von Ostler auf der FAIR-Konferenz 2007]

Was ich heute besprechen werde, betrachte ich als heilig. Ja, was ich heute besprechen werde, ist der wahre Lebensmittelpunkt für Millionen Menschen. Wenn wir es recht betrachten, ist es das Herzblut der Kirche. Ist das nicht interessant? Wenn wir an Menschen herantreten, die keine HLT sind und sie bitten, das zu bedenken, was wir zu bieten haben, dann sagen wir nicht, dass wir eine überlegene Theologie von Axiomen und Lehrsätzen haben, (obwohl ich der Ansicht bin, dass wir eine unwiderstehliche und herrliche Theologie haben und wir könnten sogar mitteilen, wie die Theologie für uns funktioniert). Und wir versuchen nicht, sie durch Argumente aus der Schrift zu überzeugen, dass wir die Bibel besser als sie lesen können, oder dass wir die beste Lesart der Schrift auf der Grundlage neuester Bibelwissenschaft hätten (obwohl wir definitiv unsere Schriften mit ihnen teilen und wir unser Bestes tun, um sie zum Lesen der Heiligen Schrift zu bewegen, und ich glaube wir haben eine überzeugende Lesart der Texte). Ja, das letzte auf der Welt, was wir tun würden, wäre es, einen Haufen 19-Jähriger auszuschicken, um mit Menschen über die Bibel zu argumentieren, wenn uns damit ernst wäre. Nun, wir versuchen nicht, sie davon zu überzeugen, dass wir überwältigende empirische Beweise haben um zu zeigen, dass wir recht haben (obwohl wir ihnen schon empirische Beweise bieten können). Stattdessen bieten wir ihnen einen Weg an, wie sie zu einer direkten persönlichen Beziehung zu Gott gelangen können, um direkt von Gott Antworten zu erhalten. Wir sagen nicht: „Vertraue mir und meinem Verstand und wie gut ich argumentieren kann.” Wir sagen: „Trotz der Tatsache, dass ich kein so tolles Werkzeug bin, kannst du es selbst erhalten und musst dich nicht auf mich verlassen.”

Wir sind eher wie die ersten Jünger im Johannesevangelium, die, als sie Jesus begegneten und sahen, zu ihren engsten Freunden und Familienmitgliedern gingen und einfach sagten: „Kommt und seht!” Sie haben keine Argumente geboten oder Beweise aus der Heiligen Schrift um zu beweisen, dass ihr Glaube an Jesus richtig war. Sie sagten nur: „Kommt und werft einen Blick darauf.” Als sie nun sagten, „kommt und seht”; meinten sie nicht, dass man einfach seine Augäpfel benutzten solle, sondern dass man mit tieferen, geistig einsichtigeren Augen schauen solle. So beginne ich meine Abhandlung mit dieser einfachen Einladung: Kommt und seht und benutzt jede menschliche Fähigkeit zu unterscheiden, um damit zu sehen.

Heute spreche ich das Herzstück des Mormonismus an — das menschliche Herz als die Grundlage religiösen Wissens und religiöser Hingabe. Lassen Sie mich nun klarmachen, dass ich nicht vom Herz als blutpumpendem Muskel und auch nicht als reiner Gefühlserfahrung spreche. Ich spreche vom menschlichen Herz im vollsten hebräischen Sinn von laybab, das das bezeichnet, was wir heute in unserer eigenen Kultur in Verstand und Gefühle aufspalten. Ich spreche vom Herz in vollstem hebräischen Sinn, der sowohl kognitive als auch affektive Funktionen umfasst, ja, das das wahre Zentrum und der Sitz geistigen Lebens ist.

Lassen Sie mich zunächst klarlegen, was ich nicht tun werde, weil ich es nicht kann und weil es das, worauf ich mich konzentrieren möchte, verniedlichen würde. Ich werde kein Argument und keinen Beweis dafür liefern oder Sie oder sonst jemanden zu überzeugen versuchen, dass Ihre geistigen Erfahrungen gültig und vertrauenswürdig sind. Wenn ich versuchen würde zu argumentieren, um Ihnen das zu beweisen, würde ich nur zeigen und (ziemlich schlüssig) beweisen, dass ich in Wirklichkeit daran glaube, dass es etwas Grundlegenderes und Vertrauenswürdigeres als geistige Erfahrungen gäbe, nämlich die Argumente, die ich Ihnen geben würde. Nun, wenn ich das sage, behaupte ich nicht, dass ich keine Gründe angeben würde oder dass ich nicht mein Bestes geben würde, mit Ihnen vernünftig zu reden. Ich sage jedoch, dass im Grunde diese Argumente nicht das Vertrauenswürdigste und Grundlegendste am Mormonismus sind. Das Grundlegendste am Mormonismus ist die persönliche Erfahrung des Geistes.

Nun, ich werde auch argumentieren, dass es ein Fehler ist, geistige Erfahrung für irgend jemanden anderen als die Person, die das Erlebnis hatte, als Beweis zu nehmen. Die Tatsache, dass ich ein Erlebnis hatte, bedeutet nicht, dass Sie irgend einen Grund hätten zu glauben. Es bedeutet nur, dass bis zu dem Ausmaß, zu dem Sie finden, dass ich etwas Nützliches zu sagen haben könnte, sie es vielleicht auch tun könnten. Ja, ich werde zeigen, dass diese Erlebnisse als Beweis für andere zu betrachten, heißt, misszuverstehen, welche Rolle sie in unserem Leben spielen. Ja, ich werde sogar argumentieren, dass das, nun, gewissermaßen, Götzendienst sei oder der Versuch, Ehebruch zu begehen, so schlimm das ist. Ich werde jedoch auch zeigen, dass diese geistigen Erlebnisse so machtvoll sind, dass sie alles in unserem Leben neu ausrichten, sie werden, die Grundlage, durch die wir sehen.

Nun, ich werde Ihnen ein Bild zeigen und ich bitte Sie, sehr genau zu schauen, denn ich verspreche Ihnen, dass es dort etwas gibt, das Sie nicht sehen werden, das aber definitiv da ist. Was sehen Sie denn? Sie sehen ein Bild, richtig? Nun gibt es etwas in diesem Bild, das Sie überhaupt nicht sehen, das ist sogar das, was das Bild möglich macht. Ja, es gibt sogar zwei davon in diesem Bild. Wissen Sie was ich meine? Die Linse. Jedes Mal wenn wir ein Bild anschauen, gibt es etwas, das wir nicht sehen, das aber das Sehen des Bildes erst ermöglicht.

Ich behaupte, dass unsere geistigen Erlebnisse so wie die Linse sind. Sie selbst sind nicht die Informationen des Bildes. Sie aber macht das Sehen des Bildes möglich. Und anstatt alle Informationen im Bild zu betrachten, um zu versuchen, der Erfahrung Sinn zu geben, erfahren wir einfach, und auf diese Weise wissen wir, dass wir die Linse haben.

Nun werde ich die Frage religiöser Erfahrung angehen, denn religiöse Erfahrung war, ob man es glaubt oder nicht, Gegenstand intensiver Studien in der Religionsphilosophie der letzten beiden Jahrzehnte. Buchstäblich Stapel um Stapel Papier und ganze Wälder wurden über dieses Thema verbrannt.

Ich werde mich nun dieser Frage der religiösen Erfahrung in der HLT-Tradition als eine ausreichende Grundlage für eine Lebensverpflichtung aus drei verschiedenen Blickwinkeln nähern, und dafür gibt es einen Grund. Deshalb, weil die Voraussetzungen der Menschen, mit denen ich im Dialog stehe so verschieden sind, dass ich nicht einmal das Thema auf die gleiche Weise angehen kann, wenn ich zu ihnen spreche. Ich werde das Thema aus einem HLT-Blickwinkel, aus einem evangelikalen Blickwinkel (dass die Bibel wirklich und die einzig sichere Basis für religiöse Hingabe sei) und aus der naturalistisch-agnostischen oder atheistischen Position heraus betrachten.

Sprechen wir doch ein bisschen über die Erfahrung, worüber sprechen wir denn überhaupt? Nun, hier haben wir ein Problem, denn ihrer Natur nach sind religiöse Erfahrungen persönlich. Ihrem innersten Wesen nach gibt es etwas, das ein Mensch erfährt. Nun, es hat religiöse Erfahrungen gegeben, wo eine Menge Menschen sie erfahren haben. Doch die Erfahrung des Herzens, von der ich spreche, muss von jedem einzelnen in der Zurückgezogenheit seines eigenen Herzens erfahren werden. Ich werde behaupten, dass es dafür einen Grund gibt. Das Herz wirkt in der Tat als ein Mikrokosmos des Tempels, als der Altar, auf dem Opfer dargebracht werden. Ja, es ist das Opfer, das gebracht wird, da von uns verlangt wird, unser Herz zu geben.

Ich spreche über etwas sehr Heiliges und ich werde das zu Betrachtung bieten, was ich am besten kenne, weil ich dafür die Autorität der Welt bin, und das sind meine eigenen Erfahrungen. Nun, durch das Anhören der Erfahrungen anderer bin ich zu dem Glauben gelangt, dass das, was sie erfahren haben, sehr stark meinen Erfahrungen ähnelt. Ich denke aber nicht, dass es identisch wäre oder dass ich wissen könnte, ob es identisch ist. Ich weiß nur, als ich ungefähr 14 Jahre alt war, so alt wie Joseph Smith, als er in den Hain ging, schaute ich einen interessanten Film an. Es war Brigham Young. Ja, es gab dort einen sehr interessanten Darsteller, Dean Jagger. Nein, nein, nicht den Dean Jagger, den anderen. Übrigens wurde dieser Dean Jagger, als er 80 Jahre alt war, als Mormone getauft. Zu jener Zeit wusste ich das aber noch nicht. Ich schaute den Film an und gegen Ende steht Brigham Young nahe davor, all den Heiligen zu sagen, er wäre ein Betrüger, dass er kein wahrer Prophet wäre. Und dann kommen die Möwen und schwärmen nieder und fressen die Grillen und retten seine Haut, so dass er sein Geständnis nicht machen muss. Und sogar als 14-Jährigem dämmerte mir, dass es, falls es wirklich so war, die Sache nicht wert ist, ihr das Leben zu widmen. Und ich würde ihr mein Leben nicht widmen, denn es gab eine Menge Dinge, die für meine 14-jährigen Augen viel besser aussahen als jeden Sonntag zur Kirche zu gehen, das können Sie mir glauben. Also ging ich zu meiner sehr, sehr weisen Mutter und fragte sie: „Mama, wo kann ich etwas über Brigham Young lesen?” und sie sagte: „Ich weiß nicht, vielleicht in Lehre und Bündnisse.” {Gelächter} Nun, wie Sie alle wissen, gibt es in Lehre und Bündnisse nicht viel über Brigham Young, doch habe ich es trotzdem gelesen. Ich setzte mir das Ziel, jeden Tag zehn Abschnitte zu lesen. Und ich erinnere mich daran, dass ich so um den zweiten Tag zum festen Schluss gekommen war, dass ich wünschte, ich könnte wissen wie Joseph Smith wusste, ob er ein Prophet war. Ich glaubte nicht, dass das möglich sei. Wissen Sie, das war weit in der Vergangenheit und es gibt keine Möglichkeit zu wissen, was er persönlich erfuhr. Den Mann wollte ich wirklich kennenlernen. Und daher stellte ich mir mit jeder Seite, jedem Absatz, jedem Satz dieselbe Frage: „Ist das wahr? Gibt es Hinweise darauf, die bedeuten, dass dies wert ist, ihm ein Leben zu widmen?” Ungefähr am dritten Tag begann es mir zu dämmern, dass mein Leben mit dem, was ich las, nicht in Einklang stand und ich erinnere mich daran, ganz einfach auf die Knie gegangen zu sein und gesagt zu haben: „Ich bin wirklich blöd gewesen, vergib mir.” Und was ich erlebte war so, als ob jemand Waschlauge genommen hätte und mich von innen heraus gewaschen hätte. Ich wusste, dass mir vergeben worden war und ich setzte mich hin und begann wieder zu lesen. Irgendwann um den achten Tag saß ich auf dem Bett und las alles über Brigham Young in Lehre und Bündnisse. Und sie können die Abschnitte erraten, die ich las, denn am achten Tag hatte ich wohl mit Abschnitt 80 begonnen und bis 90 weiter gelesen. Und als ich las, brannte mein Herz in mir und ich wusste. Ich wusste, dass mein Herz brannte. Ich wusste, nicht ich brachte das zustande, und ich wusste, das war die Antwort auf das, von dem ich dachte, es wäre unmöglich das zu wissen. Und sogar ein 14-Jähriger wie ich konnte sich das zusammenreimen.

Nun möchte ich ein wenig über diese Erfahrung sprechen. An diesem Punkt in meinem Leben war ich einfach ein geistiger Neuling, so wie wir alle beginnen. Ungefähr ein Jahr später war ich, so wie Joseph Smith, in unrühmliches Verhalten verfallen, trotz der Waschlauge, die meine Seele gereinigt hatte. Es war gerade auf der anderen Straßenseite von hier, wo wir jetzt sitzen in der Jordan High School. Ich wollte in eine Versammlung gehen und saß gerade auf den Stufen um in die Turnhalle zu gehen. (Ja, wo ich jetzt stehe, hatte ich meinen ersten Autounfall in der Fahrschule , aber darum geht es nicht{Gelächter}). Ich war dabei in die Turnhalle zu gehen und ein Mädchen, das ich kaum kannte, setzte sich neben mich. Sie war aus der Abschlussklasse und ich war in der zweiten Klasse und sie war hübsch und ich war schüchtern. Nun, normalerweise hätte ich zu ihr gar nichts gesagt, denn zu einer hübschen Abschlussklässlerin zu sprechen, wenn man ein einfacher Zweitklässler ist, das war schlicht verboten. Aber ich konnte mich nicht zurückhalten zu sagen: „Ich weiß, das klingt wirklich seltsam, aber ich habe eine Botschaft für dich von unserem Himmlischen Vater. Er möchte, dass du aufhörst an Selbstmord zu denken.” Ihre Augen wurden wirklich groß und die Kinnlade fiel ihr herunter und sie sagte: „Woher hast du das gewusst?” und ich sagte ihr so aufrichtig ich nur konnte, indem ich meinen ganzen Mut zusammennahm: „Ich weiß nicht, ich weiß es einfach.” Und sie erklärte mir, dass sie auf ihrem Nachtkästchen eine ganze Flasche Pillen hingelegt hatte, die sie unmittelbar nach der Versammlung, wenn sie nach Hause kommen würde, nehmen wollte. Ja, am nächsten Tag kam sie und sagte mir, dass ich ihr buchstäblich das Leben gerettet hätte. Und in diesem Augenblick meines Lebens dämmerte es mir: „Was wäre gewesen, wenn ich nicht zugehört hätte?” Was wäre gewesen, wenn ich stattdessen es in meinen Kopf genommen und es durchgedacht hätte? Was, wenn ich mich auf meine Birne verlassen hätte? Nun, die Antwort ist recht einfach: Sie wäre tot. Das ist sie nicht, sie ist eine Mutter und es geht ihr gut.

Ich möchte jedoch über dieses „Juwel” sprechen, das wir haben, diese Gelegenheit, Gott in dieser einfachen zwischen menschlichen Weise zu kennen. Denn was wir als Mormonen anbieten, ist nicht einfach „eine Wahrheit”, sondern wir bieten eine Beziehung an. „Worauf es wirklich ankommt, ist nicht ob du mir zustimmst, ob ich recht und du unrecht hast. Worauf es wirklich ankommt ist, ob du Gott kennst. Und daher biete ich dir einen Weg an, damit du mit Gott eine direkte Beziehung haben kannst..” Nun, die Erfahrung, die ich hatte, war sowohl kognitiv als auch affektiv und bezog sowohl den Kopf als auch das Herz ein. Das Brennen in der Brust oder im Herz wird es genannt, weil es ganz im Mittelpunkt der menschlichen Seele ist. Im Wesentlichen ist es das, was wir sind. Es beinhaltet affektive Komponenten, das was wir fühlen, doch enthält es auch eine Erfahrung reiner Erkenntnis und Erleuchtung. Zumindest war es so in meinem Fall. Es fühlte sich so an, als ob reines Wissen in mich hineingegossen worden sei. Ich glaube, dass diese Erfahrung sehr häufig so kommt wie zu mir, im Zusammenwirken mit intensivem und ernsthaftem Studieren, Forschen und tiefem Nachsinnen. Auf noch etwas möchte ich hinweisen: Es kann nicht willentlich erzeugt oder erfahren werden, sondern es wird als etwas erfahren, das aus einer anderen Quelle als dem eigenen Selbst kommt. Zumindest habe ich das so erfahren. Etwas anderes: Ich wusste, doch ich kann nicht sagen, wie ich weiß oder damals wusste. Es beinhaltet auch ein Gefühl, das mir sehr vertraut ist, zumindest war es so bei mir. Ich habe es immer gewusst, ich erfahre es nicht zum ersten Mal, es ist mir sehr vertraut.

Eine andere Facette dieses Juwels ist, dass es mehr als kognitive oder diskursive Erkenntnis umfasst, was wir in Latein sapere nennen würden, es umfasst eine interpersonelle Erkenntnis, was wir in Latein conoscere nennen. Nun heißt es in Griechisch, wo es heißt, ewiges Leben ist, den einzig wahren Gott und Jesus Christus zu kennen (ich glaube das ist Johannes 17:3), nicht „alles über Gott zu wissen”. Man hat diese Art von Erfahrung nicht dadurch, dass man einen akademischen Grad in Theologie erwirbt. Man hat diese Art von Erkenntnis nicht dadurch, dass man einen Katechismus auswendig lernt. Man hat diese Art von Erkenntnis einfach dadurch, dass man Gott von Person zu Person kennenlernt, und das heißt das Wort tatsächlich. Im Griechischen ist das Wort für „wissen” ginosko, und es bedeutet, diese Art von Beziehung zwischen Personen zu haben. Ein wenig treffen wir diese selbe Unterscheidung in Englisch, doch wir haben ein Wort dafür, das nicht so sehr Erkenntnis oder Wissen mitbedeutet, es ist Bekanntschaft. Es heißt nicht wirklich „wissen”, doch ist es eine Art von Wissen. Gott zu kennen ist der wichtigste Aspekt der Erfahrung, denn Gott in diesem Sinn zu kennen, ist ewiges Leben. Ja, zu wissen, dass wir in eine Beziehung zu Gott aufgenommen sind und Gott einladen, in unserem Herz zu wohnen ist ein Augenblick der Rechtfertigung aus Gnade durch Glauben und der Beginn des Lebens der Heiligung, in welchem der Geist in uns eintritt und Christus in uns Wohnung nimmt im Vorgang der Christifikation, angepasst zu werden an das Erscheinen Christi, einem Prozess, der in der Gottwerdung seinen Höhepunkt findet. Das ist die Botschaft, die wir bieten.

Nun, auch damit verbunden, eine andere Facette des Juwels, ist das Gefühl unbeschreiblicher Freude, von Frieden und Süße. Ein schließlicher Aspekt dieses Juwels ist, dass es alle Erfahrungen neu ausrichtet, so dass alles im Leben durch ihn als „Brille” gesehen wird um einen Sinn zu ergeben. Das ist es, was wir Bekehrung nennen. Seht, eine Bekehrung verwandelt alles um uns her, sie macht uns anders, doch sind wir nicht nur in unserem Inneren verschieden, alles, was wir erfahren, ist neu. Zumindest war das so bei mir.

Nun, wenn wir ein Mittel formen, durch das wir Gott erkennen, stellt euch vor, wie genial das ist. Es diskriminiert nicht auf der Grundlage von Intellekt oder literarischem Scharfsinn, und es ist empfindlich für die Dinge, die bezüglich Personen und das Leben und die Beziehung mit Gott am meisten bedeuten. Darüber hinaus ist es empfindlich für die persönliche Verantwortlichkeit, da jemand als Voraussetzung sich dafür entscheiden muss, offen zu sein um die Erfahrung zu machen. Ein offenes Herz anstelle von Herzenshärte ist die Bedingung, von der in der Heiligen Schrift ständig die Rede ist. Und das ist die Grundlage für eine Beziehung zwischen den Personen, die zu Erlösung und unvorstellbarer Herrlichkeit führt. Wenn Sie ein liebender Vater wären und sie wollten für Ihre Kinder einen Weg ausarbeiten, wie sie Sie kennenlernen können, indem sie sich dafür entscheiden, in einer Beziehung zu Ihnen zu stehen, statt von Ihrer unvorstellbaren Herrlichkeit und Güte überwältigt zu sein, dürfte das der vollkommene Weg sein, den Menschen wählen eine Beziehung einzugehen. Wie steht es darüber hinaus mit der Vorstellung, dass das, was Gott uns gegeben hat, in Wahrheit eine Instrument dafür ist, ihn zu kennen? Ich denke, die perfekte Metapher dafür ist der Liahona. Das heißt, etwas, das ein Instrument geistiger Führung und geistigen Wissens ist, das uns ins Herz gepflanzt wurde. Sie sehen, was ich behaupte ist, dass wir unseren persönlichen Liahona in unser Herz eingepflanzt haben. Er funktioniert und leitet uns, wenn wir geistig empfindsam sind. Und wenn wir nicht geistig empfindsam sind, funktioniert er einfach überhaupt nicht.

Was sollen wir also auf der Grundlage dieser Erkenntnis tun? Nun, ich werde etwas behaupten und das dürfte für Sie überraschend sein. Doch einfach dass wir diese Erfahrung haben, bedeutet nicht, dass wir „wissen”. Kann diese Erfahrung angezweifelt werden? Kann bezweifelt werden, dass sie von Gott kam? Die Antwort lautet: Natürlich kann sie das! Es gibt Mengen von Heiligen der Letzten Tage, die diese Erfahrung hatten, aber die kein Zeugnis mehr haben. Daher kann es bezweifelt werden, da es in der Tat manchmal bezweifelt wird. Nun wird oftmals vertreten, dass wir nichts mit Sicherheit wissen können, ja tatsächlich höre ich das von Menschen, die ihr Zeugnis verloren haben. Jedoch können wir wissen, dass wir diese Erfahrung hatten. Dennoch geht es darum, dass für die Echtheit der Quelle dieser Erfahrung, ob sie von Gott kommt oder von unseren eigenen Gehirnprozessen, erfordert Glauben. Und die erste Quelle danach zu suchen ist Alma 32.

In Alma 32:28 heißt es: „Wenn ihr nun Raum gebt, dass ein Samenkorn in euer Herz gepflanzt werden kann, so wird es anfangen, in eurer Brust zu schwellen.” Und dann wird man diese schwellende Bewegung fühlen. Und hier steht, wie man weiß, dass es gut ist: Es fängt an, meine Seele zu erweitern; ja, es fängt an, mein Verständnis zu erleuchten; ja, es fängt an, mir köstlich zu sein. „Fängt an” wird dreimal wiederholt dabei. In Alma 32:34 steht dann eine Frage die lautet: „Ist das Wissen?” Und überraschenderweise ist die Antwort, die gegeben wird: „Nein! Es ist noch nicht zu Wissen gewachsen, aber man muss sagen, dass es ein gutes Samenkorn ist, weil es wächst.” Nun, sind Sie sicher, dass es ein gutes Samenkorn ist? Alma gibt die Antwort: „Ja, es ist ein gutes Samenkorn.” Und wie weiß man das, ist das Wissen in dieser Angelegenheit vollkommen? Und Alma sagt: „Ja, es ist in dieser Sache vollkommen.” Was man weiß ist, dass das Wort in der Seele geschwollen ist, dass es aufgegangen ist dass das Verständnis beginnt erleuchtet zu werden und dass sich der Verstand erweitert. Weiß man irgend etwas darüber hinaus? Nun, nur durch Glauben. Alma stellt dann diese Frage: Ist es real? „Ja, denn es ist Licht und Licht ist gut und das Gute ist unterscheidbar.” Nun, Alma stellt die Frage nochmals in Vers 35: „nachdem ihr von diesem Licht gekostet habt, ist euer Wissen vollkommen?” Und überraschenderweise ist die Antwort wieder: „Nein.” Es erfordert immer noch Glauben. Wir müssen den Baum immer noch nähren, sonst wird er nicht wachsen. Wenn wir den Baum vernachlässigen, wird er nicht wachsen, nicht weil der Same nicht gut war, sondern weil unser „Boden unfruchtbar” war.

Sie sehen, ob wir ein geistiges Erlebnis haben, hängt davon ab ob wir offen sind und ein weiches Herz haben im Gegensatz dazu hartherzig zu sein. Nun, wie pflanzen wir das Samenkorn? Alma erklärt das auch. Wir durchforschen die Schriften. Ja, er fährt fort, indem er Zenos, Zenock und Moses zitiert, um die Geschichte der Schlange aus Kupfer zu erzählen. Und wie Sie heute früher gehört haben, war die Kupferschlange, die aufgerichtet wurde in Wirklichkeit Christus. Alles was sie tun mussten, war schauen, doch wegen ihrer Herzenshärte würden sie nicht schauen. Sie wiesen die Einladung zu schauen und selbst zu sehen einfach durch das Verschließen ihres Herzens zurück.

Daher möchte ich fragen, was wissen wir, nachdem wir ein solches geistiges Erlebnis gehabt haben? Wissen wir, dass Gott die Quelle eines solchen Erlebnisses ist? Nun, hier ist das, was wir wissen. Wir können ein solches Erlebnis nicht nach Belieben hervorbringen. Wir wissen, dass in vielen Fällen das Erlebnis kam während ernsthaftem Trachten nach einer Antwort von Gott. Wir wissen, dass wir sie als wir es erfuhren, es als von Gott kommend erfuhren. Wir wissen, dass wir als Folge des Erlebnisses unermessliche Liebe fühlen und das Verlangen besser zu sein. In diesem Sinn wissen wir, dass das Erlebnis gut ist und das Gute ist unterscheidbar. Wir wissen auch, dass all unsere Erfahrung und die Bedeutung des Lebens neu ausgerichtet werden — wir sind wiedergeboren, ein neuer Mensch, der mit neuen Augen und einem neuen Herzen sieht.

Nun frage ich nochmals: Können menschliche Wesen wirklich irgend etwas wissen? Kommt das Erlebnis von Gott oder interpretieren wir es nur, dass wir es als von Gott kommend erlebten? Ich möchte die stärksten Argumente anführen, die ich kenne.

Das erste Argument ist „das Argument aus dem interpretativen Rahmen, der jeder menschlichen Erfahrung innewohnt.” Und das sind die Voraussetzungen. Die erste Voraussetzung: Jede menschliche Erfahrung beinhaltet Interpretation, und ich garantiere, dass das der Fall ist. Das ist wahr. Zweitens, die Interpretation des Brennens in der Brust als von Gott kommend ist etwas, das wir als Menschen tun. Und drittens, die Interpretation ist daher ein menschlicher Beitrag zu der Erfahrung und alles, was wir wirklich wissen ist, dass wir ein Erlebnis hatten, dass wir es als von Gott kommend erlebt haben, als wir es erlebten und wir können nicht mehr als das wissen.

Nun, ist das ein gutes Argument? In einem Sinn ist es das, doch das Argument beweist zuviel. Vielleicht es ist hier sinnvoll, darüber zu sprechen und zu zeigen, welche Arten von Interpretation wir für menschliche Erfahrungen haben — vielleicht sollten wir die Pünktchen sehen. Ich möchte, dass Sie auf das schwarze Kreuz in der Mitte starren und beobachten, was passiert. {Pause} Ist es schon verschwunden? Wenn Sie immer noch die violetten Punkte außen sehen, heben Sie die Hand. Sind sie für irgend jemanden verschwunden? Schauen Sie weiter. Ist die Kugel für jemanden rot geworden? Grün. Sie sollte wirklich grün werden, ja. Nun, für jemanden, der wie ich farbenblind ist, ist es rot. In Ordnung.

Unser Verstand fügt die Erfahrung, eine grüne Kugel zu sehen hinzu und er nimmt die Punkte weg, weil sie für unser Erlebnis irrelevant werden. Sehen Sie, es ist in Wirklichkeit mehr vorhanden, als wir erfahren. Aus unserer Erfahrung filtern wir buchstäblich 90 bis 98% von all den Daten der Sinne aus, die in uns eintreten. Wir bringen das nicht einmal ins Bewusstsein. Und daher ist das, was ich Ihnen zeige, dass unsere Erfahrung tatsächlich interpretiert wird, zumindest wenn sie durch unsere Sinne kommt. Daher ist es der Fall, dass wir, wenn wir ein geistiges Erlebnis haben, es als von Gott kommend interpretieren und es ist einfach zu erfassen, ob die Interpretation wahr ist oder nicht.

Ich behaupte, dass es keine Möglichkeit für neue Erfahrungen gäbe, die aus dem Rahmen vorhandener Paradigmen und Weltsichten oder unseren früheren Interpretationen ausbrechen, wenn alles Erfahren notwendigerweise auf unseren vor dem Interpretieren vorhandenen Intepretationsrahmen beschränkt wäre. Doch genau das ist ein Bekehrungserlebnis — es orientiert die ganze Weltsicht neu und wechselt und verändert den Interpretationsrahmen. Daher muss es in gewissem Sinn logisch und experimentell der interpretierenden Erfahrung vorausgehen.

Bilder Upload Sie können den Overheadprojekor abschalten. Die Leute sind daran mehr interessiert als an mir. {Gelächter} Oh, vielleicht sollten wir Kaninchen/Ente ansehen, einfach weil jeder, der Ludwig Wittgenstein studiert hat, dies sehen muss. Sie haben es wohl wahrscheinlich schon gesehen. Im Großen ist es uns überlassen, wie wir die Welt sehen. Was sehen Sie? Sehen Sie eine Ente? Wieviele sehen eine Ente? Wieviele sehen ein Kaninchen? Nun, wer hat recht? Tatsächlich kann man nach Belieben wechseln, wenn man einmal gelernt hat wie man es sehen soll. Man kann die Art, wie man diese Figur sieht, beliebig wechseln. Und im Großen ist die Art, wie wir wählen können, unsere Erfahrungen zu sehen, genau so wie dies. Wir können wählen, wie wir unsere Erfahrung ordnen,  um sie auf verschiedene Weisen zu sehen. Ich behaupte, dass im Erleben religiöser Erfahrungen genau das oft geschieht. Unsere Wahl fällt wegen unseres vor der Interpretation vorhandenen Rahmens auf verschiedene Dinge, die wir sehen und verschiedene Dinge, die wir erfahren.

Doch ich behaupte, dass das nicht alles ist, was man erfahren kann, es gibt mehr zu erfahren als bloße Interpretation und dieses Argument hat keinen Wert, außer all unsere Erfahrung ist einfach nur Interpretation. Ich sagte, die geistige Erfahrung muss in irgend einem Sinn logisch und erfahrungsgemäß sein vor unserer interpretierenden Erfahrung, da sie unsere Erfahrung neu ausrichtet. Es gibt uns eine neue Art des Sehens. Darüber hinaus, wenn die Erfahrung den Rahmen neu ordnet und ersetzt, so dass sie zum Rahmen oder den Kategorien wird, dann ist es keine interpretierte Erfahrung, sondern interpretierende und an sich die Grundlage für alle weitere Erfahrung.

Nun, dieses Argument setzt auch voraus, dass die Ganzheit von dem, was erfahren wird, interpretierend ist. Es gibt aber mehr als Interpretation, was unserer Erfahrung Inhalt gibt und die Erfahrung des Brennens im Herzen und der Inspiration als von Gott kommend ist in der Tat ein guter Grund zu glauben, dass es tatsächlich von Gott kommt, weil wir es so erfahren.

Wenn alles, was wir jemals machen, nur ein Widerkauen unserer früheren Denkkategorien oder eines festgelegten Glaubensrahmens wäre, dann könnte es nie irgendetwas Neuartiges oder kreativ neue Dinge geben. Keine neuen wissenschaftlichen Theorien könnten entstehen, neue Erfindungen wären unmöglich und neue Offenbarungen könnten nie geschehen, denn alles was wir machen würden, wäre das Widerkauen von dem, was wir bereits wissen. Doch so ist das menschliche Leben nicht, daher behaupte ich, das Argument ist nicht gültig. Nun besteht, wie ich sagte, eine der charakterisierenden Eigenschaften der Erfahrung darin, dass sie unser Leben neu ausrichtet. Es richtet die Art, wie wir die Welt sehen, neu aus und alles Denken, das sowohl Vernunft als auch Erfahrung vorausgeht und sie übersteigt. Solch eine Gegenwart ist immer bereits bekannt, weil sie die Grundlage für die Erfahrung selbst ist. Sie ist wie die Linse. Ohne die Linse können wir nicht einmal sehen. Wir wissen nicht, was wir sehen. Und so ist es mit unseren religiösen Erfahrungen. Wir können ihnen nicht einmal einen Sinn entlocken, wenn wir nicht bereits durch sie zu erfahren.

Es ist der wirklich „erste Grundsatz” von all unserer Erfahrung. Durch die echte „Erstheit” dessen, das immer bereits in unserer Existenz inbegriffen ist, kann ihm nicht etwas Grundlegenderes vorausgehen oder durch einen andere Erklärung oder ein Argument gerechtfertigt werden. Das macht es sui generis oder zu etwas, das für sich selbst steht. Darüber hinaus sind solche Erfahrungen „regulatorische Aussagen”, die im Denken eine andere Rolle spielen als Beweise oder Argumente. Solche Erfahrungen widerstehen daher Beweisen durch Logik und Beweisen durch Indizien. Religiöse Erfahrungen können die Grundlage für Wahrheitsansprüche sein, doch nicht derselben Art von Wahrheitsansprüchen wie empirische und logische Erklärungen oder Aussagen. Vielmehr machen diese Erfahrungen durch ihr „Erstsein” andere bedeutsame Erfahrungen und Überlegungen möglich, wo sie anwendbar sind. Alles, was wir erfahren und sagen, setzt bereits die Wahrheit unserer durch den Geist neu ausgerichteten Erfahrungen voraus und sie werden zur Linse, die uns Augen verleiht um das zu sehen, was sonst nur ein Wirrwarr von Daten ohne Bedeutung wäre.

Daher der Schluss? Zu wissen, dass die Erfahrung von Gott kommt, erfordert Glauben und Vertrauen und beruht auf einer Wahl. Und das sollte nicht so seltsam sein, denn wir sind verantwortlich dafür, was wir wissen.

Nun werde ich über das nächste Problem sprechen, und das ist ein tiefes philosophisches Problem. Wir können es „das Matrixproblem” nennen. Es ist extreme Skepsis. Bedenken Sie dies ( und ich weiß, sie alle haben das schon bedacht), nehmen Sie an, wir alle wären bloße Gehirne in einer Wanne, wobei alle unsere Erinnerungen und Erlebnisse in unser Gehirn eingespeist würden. Und was würde das zur Folge haben? Das würde zur Folge haben, dass wir alle in dieser Matrix leben würden. Das würde heißen, dass wir alles, was wir jetzt erfahren auf identische Weise erfahren würden, wie wir es jetzt indem wir hier sitzen, erfahren und wir wären unfähig, den Unterschied zu erkennen, da sie in jeder Hinsicht identisch wären. Wir können den Unterschied zwischen unserer Erfahrung und der Erfahrung eines Gehirns in einer Wanne nicht sagen. Daher wissen wir nicht, ob wir Gehirne in einer Wanne sind oder ob wir in der Wirklichkeit leben, die wir erfahren.

Nun, das ist übrigens ein gültiges Argument. Wenn Sie es bezweifeln, denken Sie es durch. In jeder Hinsicht könnten wir unsere Erfahrungen nicht unterscheiden. Die angenommene Schlussfolgerung ist, dass wir nicht mit absoluter Sicherheit wissen können, dass wir die Erfahrung tatsächlich gemacht haben, da uns ja auch eine Erinnerung an jene Erfahrung vor fünf Minuten direkt durch neuronale Eingabe in unser Gehirn eingespeist worden sein könnte. Ferner, wenn das der Fall wäre, dann wäre unsere Erfahrung identisch mit der Erinnerung daran, die wir jetzt haben. Wie sollten wir den Unterschied erkennen?

Doch darauf gibt es eine offensichtliche Erwiderung: Niemand in diesem Raum glaubt daran, dass er ein Gehirn in einer Wanne ist. Falls doch, haben wir einen Psychologen, der Sie hinten erwartet, um sich Ihrer anzunehmen. Also, wenn Sie glauben, ein Gehirn in einer Wanne zu sein, dann heben Sie bitte die Hand, denn da müssen wir uns jetzt darum kümmern, das kann nicht warten. Doch warum glauben wir das nicht? Warum nehmen wir diese Hypothese nicht ernst? Weil es wirklich und wahrhaftig das Argument ist, das benutzt wird, wenn jemand sagt: „Oh, es ist nur fiebernder Verstand. Man könnte den Unterschied nicht sehen, es wäre ohnehin identisch.”

Nun, warum glauben wir das nicht? Nun, weil wir Hintergrunderfahrungen haben, die eine Gesamtheit unserer Erfahrung bilden, die solche Schlussfolgerungen einfach buchstäblich unglaubhaft für uns machen, und wie ich sagte, dass jemand, der ernsthaft solche Sorgen pflegt, ganz richtig zu einer Beratung wegen psychischer Probleme geschickt würde. Das deshalb, weil wir ein Recht darauf haben, uns auf unsere Erfahrung zu stützen, wenn sie auf richtig funktionierende Weise gemacht wurde. Wenn wir unsere Erfahrung als von Gott kommend erhalten, so ist das, wie ich sagte, ein guter Grund zu glauben, dass sie tatsächlich von Gott kommt.

Daher möchte ich gerne zwischen zwei Arten von Wissensbehauptung unterscheiden. Die erste werde ich „irrsinnige epistemologische Gewissheitsansprüche” nennen, mit der Betonung auf Irrsinn. Wir müssen in der Lage sein, alle konkurrierenden Interpretationen unserer Erfahrung vollständig zu eliminieren, sonst können wir nicht Erkenntnis beanspruchen, so lautet zumindest die Behauptung. Das Problem ist, dass sich nur ein Irrsinniger Sorgen darüber macht, ob er nicht ein Gehirn in einer Wanne ist oder in der Matrix steckt. Daher möchte ich das von einer zweiten Art der Erkenntnis unterscheiden, die ich „pragmatisch bedeutsame Erkenntnis” nenne. Begründet auf all unserem Hintergrundwissen und der Art wie wir unser Leben leben müssen, ist auf unsere Erfahrung zu vertrauen das einzige, das einen Sinn ergibt. Und ich behaupte, das gilt auch für religiöse Erfahrungen. Es ist das einzige, wodurch unsere Erfahrung Sinn erhält.

Nun möchte ich zum nächsten Argument übergehen. Das ist übrigens ein ebenso herausforderndes Argument. Es ist die Herausforderung des „religiösen Pluralismus”

Andere die keine Mormonen sind, die ebenso intelligent oder intelligenter sind, gleich oder mehr geistig sind, haben ebenfalls geistige Erlebnisse … und es muss gefolgert werden, dass solche geistigen Erlebnisse die geistigen Erlebnisse von HLT in Frage stellen (wie könnten sonst Menschen die Bestätigung ihrer Religion auf dieselbe Weise erfahren wie wir?)

Nun, an diesem Einwand ist wirklich etwas Wahres. Es stimmt, dass andere, die zumindest so intelligent und so geistig sind, geistige Erlebnisse haben. Jedoch folgt daraus nicht, dass andere geistige Erlebnisse außerhalb der HLT-Tradition die HLT-Tradition in Frage stellen. Warum dies?

Nun, es ist Teil der HLT-Tradition, dass jene außerhalb des Mormonismus sehr wohl geistige Erlebnisse haben werden. Wilford Woodruff hatte zahlreiche geistige Erlebnisse, auch Visionen und Träume, bevor er HLT wurde. Ja, er hatte einen Freund, „Robert den Propheten”, der die Wiederherstellung prophezeite und den er als einen betrachtete, der die Gabe der Prophezeiung hatte.

Nun, ich behaupte, dass wir sowohl, wenn wir religiösen Exklusivismus annehmen, als auch Pluralismus, wir ein Problem haben. Exklusivismus ist die Ansicht, dass nur wir den direkten Draht zu Gott haben und dass nur wir „die Wahrheit” haben. Pluralismus ist die Ansicht, dass jedermann ebenso viel das Recht hat wie jeder andere, zu sagen, dass er die Wahrheit hat. Doch denke ich, dass wir keine dieser beiden Ansichten annehmen. Ich glaube, dass HLT das annehmen, was ich „religiösen Inklusivismus” nenne. Das heißt zum Beispiel, die Erfahrung von Evangelikalen, dass Jesus ist, stellt den HLT-Glauben überhaupt nicht in Frage. Glauben ist ein universeller und ewig gültiger Grundsatz für alle. Jeder Mensch wird das Ausmaß Licht erhalten, das zu bekommen er bereit ist und jedes Ausmaß Licht bedeutet Errettung. Zudem hat jeder Mensch einen Zweck im menschlichen Leben, aus der Erfahrung zu lernen, wo immer er in seinem Fortschritt auch steht. Es muss ein Teil unseres Glaubens sein, dass die Menschen, die im tiefsten Dschungel Afrikas geboren sind, die während ihres Lebens das Evangelium nie hören, ebenso viel Zweck in ihrem Leben haben, aus ihren Lebenserfahrungen zu lernen wie wir. Und dass sie dadurch eine Vermehrung des Lichtes erfahren. Und ich sage Ihnen, es ist einfach wahr, dass Glauben an Christus ein ewig und allgemein gültiger Grundsatz ist und die Grundlage dafür, Wahrheit zu wissen und zu erfahren und Wunder zu tun. Glauben an Christus ist ein gültiger Grundsatz für Augustinus ebenso wie für Präsident Hinckley und ebenso wirksam in den Tagen Luthers wie in den Tagen Joseph Smiths. Das ist unser Glaube.

Nun, wir könnten in Frage gestellt werden, wenn jemand eine Vision von zum Beispiel der Jungfrau Maria hat, denn ich glaube nicht, dass die HLT glauben, dass die Jungfrau Maria viele Erscheinungen macht. Dennoch schlage ich vor, dass wir hinter das schauen, was uns trennt und auf „Inklusivismus” schauen, und das heißt: „Was haben sie gelernt? Was lehrt sie ihre religiöse Erfahrung?” Da Gott seine Botschaft an jegliche Kultur angleichen wird und an jedes Mittel, das er kann, um das Licht eines Menschen zu vergrößern (Siehe Alma 29:8). Daher behaupte ich, dass wir die Herausforderung von „religiösem Pluralismus” minimieren, wenn wir „religiösen Inklusivismus” annehmen.

Ich habe ein paar Warnungen an Mormonen, bevor ich zu den Agnostikern weitergehe:

  1. Die geistige Bestätigung vom Geist zu haben macht einen nicht moralisch oder geistig überlegen. Das zu wissen ist sehr wichtig.
  2. Die Erfahrung ist offen für Zweifel, da die Tatsache, dass wenn wir einmal den Geist erfahren haben, es nicht bedeutet, dass wir ihn jetzt erfahren können — ja, in Alma 5:26 fragt er: „wenn euch so zumute gewesen ist, als solltet ihr den Gesang der erlösenden Liebe singen, so frage ich euch: Ist euch auch jetzt danach zumute?” – mit der offensichtlichen Folgerung, dass es möglich ist, dass das nicht der Fall ist. Es gibt einen Unterschied von gewaltiger Wichtigkeit dazwischen, ein Zeugnis zu haben und die Erinnerung zu haben, einmal ein Zeugnis gehabt zu haben. Es ist so wie eine intime und erfüllende Beziehung zu einem Ehepartner zu haben und einmal einen Ehepartner gehabt zu haben und überhaupt keine Beziehung zu haben. So groß ist der Unterschied.
  3. Geistige Erfahrungen zu haben bedeutet nicht, allwissend zu sein oder alle Wahrheit zu kennen oder sich bezüglich Evangeliumsgrundsätzen nicht irren zu können. Offenbarung geht in der Kirche weiter und sie muss für jeden Einzelnen weitergehen. Die Tatsache, dass es fortgesetzte Offenbarung gibt, ist ein ziemlich guter Hinweis darauf, dass wir nicht bereits alles wissen und dass wir falsch liegen könnten. Ich wiederhole, wir könnten falsch liegen.
  4. Der Empfang geistiger Erfahrungen zieht nicht nach sich, dass sie alle heilige Schrift sind. Das Argument ist verbreitet, dass weil der Prophet nicht Offenbarungen wie Joseph Smith empfängt, die in heilige Schrift geschrieben sind, deshalb Prophezeiung und Offenbarung in der Kirche aufgehört hätte. Jedoch muss es für eine Kirche beunruhigend sein, die sagt, das was die Wahrheit unserer Kirche garantiere, sei fortgesetzte Offenbarung und wir würden wissen, das wir die richtige Interpretation von heiliger Schrift haben würden, weil wir fortgesetzte Offenbarung haben, die die heiligen Schriften für ins interpretieren. Mit allem schuldigen Respekt, ich sehe seit langer Zeit im [unverständlich] kein „so spricht der Herr”. Heißt, das, dass die Kirche aufgehört hat, Offenbarung zu bekommen und dass sie deshalb nicht mehr wahr ist? Ich schlage vor, das von einem anderen Standpunkt aus zu betrachten. Das Ziel war immer ein „Volk von Propheten”, die selbst durch persönliche Offenbarung regiert werden. Jeder Mensch, jeder Sonntagsschullehrer, jede FHV-Leiterin und (in meinem Fall) jeder Kindergartenlehrer muss für seine Verwalterschaft Offenbarung erhalten und die Verantwortlichkeit, Offenbarung zu bekommen, und das verschiebt die Verantwortung auf jedes Mitglied, sodass wir unsere Verantwortung nicht dadurch umgehen können, dass wir uns auf den Propheten verlassen, der Offenbarungen für uns bekommen sollte. Ja, ich behaupte, es gibt mehr Offenbarung in der Kirche heute als in der Zeit von Joseph Smith, nicht weniger. Das Ziel war immer schon „ein Volk von Propheten”.
  5. LuB 46 behauptet, dass einige eine Geistesgabe haben, für sich selbst durch den Geist zu wissen; andere haben eine geistige Gabe, Glauben an die Worte derer zu haben, die wissen. Das scheint für mich zur Folge zu haben, dass nicht jeder eine solche direkte geistige Bestätigung hat, denn für ihn reicht die Tatsache, dass andere solche Erfahrungen haben aus, um seinen Glauben zu erhalten. Ja, ich zitiere aus LuB 46:11-14

Denn allen ist nicht jede Gabe gegeben; denn es gibt viele Gaben, und jedem Menschen ist durch den Geist Gottes eine Gabe gegeben. … Einigen ist es durch den Heiligen Geist gegeben zu wissen, dass Jesus Christus der Sohn Gottes ist und dass er für die Sünden der Welt gekreuzigt worden ist. Anderen ist es gegeben, dass sie ihren Worten glauben, damit auch sie ewiges Leben haben können, wenn sie weiterhin treu bleiben.

Ich behaupte, dass das bedeutet, dass es Menschen gibt, ungeachtet der Verheißung in Moroni 10, die keine direkten religiösen Erlebnisse haben werden. Ich kennen eine Menge glaubenstreuer Heiliger der Letzten Tage die ungeachtet ernsthaften Studierens und langen Betens das Brennen in der Brust, von dem ich spreche, nicht erhalten haben. Ja, es gab eine wunderbare FHV-Leiterin in Genf, die dauernd in der Krise war, weil ihr die Elders verheißen hatten, dass sie nur fragen müsse und sie würde ein solches geistiges Erlebnis haben, wie sie es hatten. Ich behaupte, dass ihr Glaube wohl ausreichend war und dass sie Glauben hatte.

Nun möchte ich weitergehen und mich an ein anderes Publikum wenden, vielleicht überhaupt nicht an dieses Publikum, doch meiner Ansicht nach ist das die klarste Herausforderung an den Mormonismus. Es ist die „säkulare materialistische Herausforderung” des religiösen Glaubens. Korihor hat sie gut zusammengefasst: „das ist die Auswirkung eines wirren Sinnes”. Nun, das Argument ist einfach: Sich auf geistige Erlebnisse zu stützen, ist schlichtweg irrational. Der Grund dafür ist, dass nur öffentlich zugängliche Beweise, die auf der Grundlage der wissenschaftlichen Methode wiederholbar sind, als Grundlage für Erkenntnis vertrauenswürdig sind. Ich versichere Ihnen, dass jeder säkulare Materialist die weite Überlegenheit wissenschaftlicher Erkenntnis über subjektive und „wunderliche” Erkenntnis auftrumpft, die wir behaupten, durch geistige Erlebnisse zu haben. Und das haben Sie alle schon gehört und ich ebenfalls.

Ich möchte ein Gegenbeispiel geben: Vor drei Minuten hatte ich den Gedanken, einen Hamburger zu kaufen. Das ist für mich nicht ungewöhnlich. Es wäre für mich irrational zu bezweifeln, dass ich diesen Gedanken hatte, und dennoch ist dieser Gedanke nicht als öffentlicher Beweis zugänglich, er ist nicht reproduzierbar, doch wäre es verrückt zu bezweifeln, dass ich wirklich diesen Gedanken hatte (und es war eher ein guter Gedanke!)

Nun, wenn es vernünftig ist, sich auf das zu verlassen, was uns unsere Sinne bieten, dann ist das, was wir geistig erleben in dieser Weise so etwas, wie einen zusätzlich Sinn zu haben. Ja, schauen Sie auf die Art, wie heilige Schrift diese Erfahrung darlegt: Es „schmeckt gut”, „Gefühle” sind beteiligt. Wann immer die Schriften über diese Art von Erfahrungen sprechen, sprechen sie wirklich über einen zusätzlichen Sinn, den Gott uns gegeben hat. Ich werde mich auf etwas in Deuteronomium 30 konzentrieren. Dort spricht es über etwas, das Gott in unser Herz gepflanzt hat. Und so steht es dort: „Und der Herr, dein Gott wird dir das Herz beschneiden.” Wenn Sie wissen wollen, worum es bei der Beschneidung ging, das ganze Gesetz der Beschneidung drehte sich darum, ein weiches Herz zu haben — Gott gegenüber offen. Ja, wenn Sie darüber nachdenken, was Beschneidung ist, so heißt das, den verletzlichsten, intimsten teil eines Körpers zu nehmen und ihn aufzuschneiden, sodass er entblößt ist. Das ist Beschneidung.

Der Herr, dein Gott, wird dein Herz und das Herz deiner Nachkommen beschneiden. Dann wirst du den Herrn, deinen Gott, mit ganzem Herzen und mit ganzer Seele lieben können, damit du Leben hast. … Dieses Gebot, auf das ich dich heute verpflichte, geht nicht über deine Kraft und ist nicht fern von dir. Es ist nicht im Himmel, sodass du sagen müsstest: Wer steigt für uns in den Himmel hinauf, holt es herunter und verkündet es uns, damit wir es halten können? Es ist auch nicht jenseits des Meeres, sodass du sagen müsstest: Wer fährt für uns über das Meer, holt es herüber und verkündet es uns, damit wir es halten können? Nein, das Wort ist ganz nah bei dir, es ist in deinem Mund und in deinem Herzen, du kannst es halten.

Nun, als Paulus über diese Schriftstelle nachdenkt, wird sie der Mittelpunkt des Bekenntnisses von Christus. Denn das Wort, das gebot, das dvar, das in unser Herz gepflanzt wir, betrachtet Paulus als den Christus, der ins Herz gepflanzt wird. Römer 10:5-10

Mose schreibt: Wer sich an die Gesetzesgerechtigkeit hält in seinem Tun, wird durch sie leben. Die Glaubensgerechtigkeit aber spricht: Sag nicht in deinem Herzen: Wer wird in den Himmel hinaufsteigen? Das hieße: Christus herabholen. Oder: Wer wird in den Abgrund hinabsteigen? Das hieße: Christus von den Toten heraufführen. Was also sagt sie? Das Wort ist dir nahe, es ist in deinem Mund und in deinem Herzen. Gemeint ist das Wort des Glaubens, das wir verkündigen; denn wenn du mit deinem Mund bekennst: «Jesus ist der Herr» und in deinem Herzen glaubst: «Gott hat ihn von den Toten auferweckt», so wirst du gerettet werden. Wer mit dem Herzen glaubt und mit dem Mund bekennt, wird Gerechtigkeit und Heil erlangen.

Sie sehen, was Paulus sagt ist, dass die wahre Grundlage dieser religiösen Erkenntnis etwas ist, das von Gott in uns gepflanzt wird. Ja, die Grundlage in der Schrift des menschlichen Herzens als Fähigkeit oder Sinnesorgan ist klar. Warum ist für die Hebräer das Herz der Ort, wo das Denken stattfindet, es ist der Ort wo menschliche Entscheidungen getroffen werden, und für uns ist das alles oben im Kopf? Das ist deshalb so, weil sie mit etwas in Kontakt standen, das wir in unserer Kultur verloren haben.

Hier ist wie Strongs Bibelkonkordanz des neuen Testament das menschliche Herz definiert ( das in Griechisch kardia heißt und in Hebräisch laybab, was beides „Herz” bedeutet, so wie es im Alten und Neuen Testament gebraucht wird): Der Mittelpunkt und der Sitz geistigen Lebens, die Seele oder der Verstand, wie es die Quelle und der Sitz von Gedanken, Leidenschaften, Sehnsüchten, Begierden, Zuneigungen, Zwecken und Bestrebungen ist; das Verstehen, die Fähigkeit und der Sitz der Intelligenz, von Willen und Charakter; der Seele, so weit sie auf schlechte oder gute Weise betroffen oder angerührt ist; oder der Seele als Sitz der Empfindungen, Zuneigungen, Gefühle, Sehnsüchte, Begierden und Leidenschaften. Sie sehen, es geht völlig ums Herz! Es ist der Mittelpunkt von allem, was wir sind und wir können in unserem Herzen Gott nicht betrügen, und Gott schaut auf unser Herz, um zu sehen, wer wir wirklich sind.

Nun, wir haben dieses herrliche Argument, dass nur wissenschaftliche Erkenntnis wirklich würdig ist, geglaubt zu werden und die Tatsache ist, dass das einfach nicht stimmt. Ansonsten wäre es irrational den Gedanken zu glauben, die wir hatten und zu glauben, dass wir sie wirklich hatten. Doch ich möchte auf etwas kommen, das wirklich wichtig ist. Ja, wenn man ein Materialist und Naturalist ist, ist das einzige, was möglicherweise existiert in der menschlichen Erfahrung, dass alles hier oben im Gehirn passiert. Das ist alles, was es gibt. Alles was geschieht wird als eine Kombination von Pflege und Natur zusammengenommen, erfahren, wie sie im Gehirn abläuft. Es gibt außerdem nicht mehr im menschlichen Erleben und es kann auch nicht mehr sein.

Ich werde Bob McCue zitieren, einen ehemaligen Bischof, der sein Zeugnis verlor. Ich denke, es ist sehr erhellend und Bob hat das ins Netz gestellt, also nehme ich an, er möchte dass man es konsumiert.

Ich habe viele intensive, bewegende geistige Erlebnisse gehabt, die  unter der Voraussetzung des mormonischen Glaubenssystems … erwarten lassen, den Glauben zu stützen, dass der Mormonismus buchstäblich wahr sei und so die Kraft der Verleugnung in meinem Leben zu vergrößern. Diese Erfahrungen schließen einen Verlust des Selbstgefühls ein, wie es Newberg et al. In „Warum Gott nicht weggeht” beschreiben, das ich viele Male erlebt habe, wenn ich über das Buch Mormon und andere mormonische Zusammenhänge betete. Während dieser Augenblicke fühlte ich mich mit einer Quelle von Liebe und Frieden verbunden, die manchmal überwältigend war und anziehender als sonst irgend etwas, das ich gefühlt habe. Ich hatte auch viele Erlebnisse während ich in verschiedenen Kirchenführungspositionen diente und besonders als ich als Bischof diente. Damals hatte ich das Gefühl, ich wäre der Kanal ‘reiner Erkenntnis’, während ich jene in Nöten beriet oder während ich Priestertumssegen gab. Ein besonders machtvolles Erlebnis hatte ich, als ich mich darauf vorbereitete, auf einem besonders tragischen Begräbnis zu amtieren und zu sprechen. Ich staune immer noch über die Macht, die ich fühlte und die Einsichten, die ich zu jener Zeit erlangte. Schließlich hatte ich viele stark bewegende Erlebnisse im Rahmen der Familie, als ich Priestertumssegen gab … wie können wir derartige Erlebnisse verstehen? Wie können solche scheinbar wunderbaren Augenblicke so etwas Bankrottem entspringen, wie es buchstabengläubiger Mormonismus zu sein scheint? Sind diese Erlebnisse „gute Früchte”, die die Hand Gottes zeigen die irgendwie durch den Mormonismus wirkt, trotz all seiner offensichtlichen Schwierigkeiten?

Nun die Erklärung — ich habe das nicht erfunden:

Ich bin jemand, der etwas hat, das man einen großen „Gottesfleck” in meinem Gehirn nennen könnte. Ich wurde nicht getestet, doch würde ich erwarten, dass die Aktivität in diesem Teil meines Gehirns über der Norm liegt. Das ist wahrscheinlich teilweise genetisch und teilweise liegt es daran, wie ich aufgezogen wurde. Doch sogar innerhalb der gläubigen mormonischen Bevölkerung war meine Neigung zu Dingen von emotionaler oder geistiger Natur überdurchschnittlich. Es ist mein Glauben, dass die mormonische Bevölkerung im Allgemeinen mehr „Gottesfleckaktivitäten” aufweist, als der Rest der Bevölkerung. Das wäre das Ergebnis konditionierender Kräfte, die auf Mormonen Woche um Woche ausgeübt werden, wenn sie an mormonischen Aktivitäten teilnehmen … Ich glaube daran, dass das, was als geistige Erlebnisse bezeichnet wird, das Ergebnis von Hirnfunktionsstörungen wie zeitweiliger Hirnlappenepilepsie ist. (Bob McClue „Wie Verleugnung funktioniert. Verleugnung im Allgemeinen und mormonische Verleugnung im Besonderen.” Unveröffentlichte Botschaft Nov. 2005)

Nun, wenn das nicht so absurd wäre, könnten Sie denken, ich habe mir das ausgedacht und das Tragische dabei ist, dass Bob McClue wirklich glaubt, dass das die Erklärung für seine Erfahrungen wäre. Tragisch für McClue, ja noch tragischer ist, dass die Theorie des „Gottesflecken” widerlegt wurde. Sie hat überhaupt keinen Wert, sie wurde nicht reproduziert. Die ersten Behauptungen beruhten allesamt auf fehlerhaftem Denken und dennoch wird das die Erklärung für die Tatsache, dass in einem tragischen Augenblick Gedanken in ihn flossen und er Macht über seine Fähigkeiten hinaus hatte, eine Familie in Not zu trösten. Wir erklärt der „Gottesfleck” das? Es ist tragisch, weil er solchen Unsinn glaubt und doch ist es genau das, was unsere Kultur aufgesaugt hat. Es ist alles angelernt oder angeboren und es ist alles einfach im Gehirn enthalten. Das ist die Erklärung, Punkt.

Nun, erst einmal muss ich Materialismus in Frage stellen. Materialismus hat es sehr schwer, die phänomenologische Qualität oder qualia unserer mentalen Erfahrungen zu erklären und steht im Gegensatz zu der Auffassung, dass wir überhaupt auf der Grundlage unserer vernunftgemäßen Überlegungen schlussfolgern können. Ich meine, nehmen Sie an, Materialismus und Naturalismus wären wahr, dann ist alles, was wir haben, das Ergebnis von Evolution und das Überleben des Passendsten. Und wofür wir wirklich passen, das ist einfach Überleben. Nun, wie ist es möglich, dass wir auch nur ein Bewusstsein haben und, sogar noch schwieriger, wie könnten wir Denkprozesse in abstrakter Physik und abstrakter Mathematik haben? Wie hat uns die Evolution befähigt, solche Dinge zu tun? Ich bin sicher, dass es für die Jagd auf Bären in den Wäldern notwendig war, dass wir herausfinden, wie weit wir zu gehen hatten, doch ich denke nicht, dass das Quantenphysik erfordert. Und so würde ich in Frage stellen, dass so eine Art Auffassung vom Leben uns überhaupt viel zu bieten hat.

So, zum Materialisten, zum Naturalisten würde ich sagen: „Kommt und seht!” Stimmungen und Gefühle sind in der Tat absolut wesentlich für jeden rationalen, kognitiven Vorgang. Stimmungen und Gefühle sind die Grundlagen für kognitive Entscheidungen und sind notwendig für kognitives Funktionieren, wie noch im Gange befindliche Forschungen und Forschungen aus neuer Zeit begründen.

Nun stelle ich eine Behauptung auf. So anti-intuitiv es auch erscheinen mag, sogar unser strengstes Überlegen beruht im Grunde auf menschlicher Intuition. Denn Überlegen, einschließlich formale Logik und Mathematik kann nicht vonstatten gehen ohne zumindest einige grundlegende Axiome und Annahmen: Ableitungsvorgänge, Bildungsübertragungsregeln und Regeln der Beeinflussung, die durch dasselbe strenge Schließen nicht bewiesen werden können. Diese Facetten des Nachdenkens können nur als gegebene Grundlagen gerechtfertigt werden, die die Eigenschaft haben, einfach richtig zu scheinen oder die zur Erklärung und Geschlossenheit einer Reihe von Erfahrungen und Daten führen.

Eine Anzahl von Neurophysiologen wie Antonio Damasio und Oliver Sacks argumentieren sowohl auf der Grundlage von Laborstudien als auch klinischen Studien, dass Menschen, denen richtig funktionierende Gefühle fehlen, unfähig sind, vollständig zu erkennen und dass sie unfähig sind, in den Fällen, in denen ihr eigenes Wohl betroffen ist, vernunftgemäße Entscheidungen zu treffen. In dieser Ansicht ist solches Fällen von Entscheidungen das Ergebnis einer Anzahl komplexer Wechselwirkungen zwischen einer Anzahl neuronaler Untersysteme und vernunftgemäßem Verhalten, besonders beim praktischen Fällen von Entscheidungen von neuronalen Untersystemen abhängt, die mit der Verarbeitung von Emotionen verbunden sind. Unter den Komponenten, die mit Emotionen befasst sind, sind die Amygdala und das limbische System. Was aus diesen Studien hervorgeht ist, dass gewisse Arten von Vernunft bei Abwesenheit von Emotionen und Gefühlen auf einer sehr grundlegenden Ebene, sogar einer unbewussten Ebene, nicht funktionieren können. Ohne richtig funktionierende emotionale Fähigkeit ist die „Entscheidungslandschaft” flach und es gibt immer weniger als ausreichend Grund einen Satz von Zielen oder Entscheidungen gegenüber einem anderen zu bevorzugen. Nun, verschiedene Strukturen im Gehirn , wie tonisch aktive Neuronenstellen in der caudate vereinen Vernunftinputs aus dem Stirnlappen (wo wir all unser vernünftiges Denken vollbringen) mit Gefühlsinputs aus der Amygdale.

Was ich also dem Naturalisten gegenüber behaupte ist, dass die Ansicht, die mit Platos Republik  Kapitel X begann, dass Emotionen und Gefühle mit der Vernunft im Krieg liegen, einfach nicht wahr ist. Vernunft setzt Emotion, Gefühl und Stimmung voraus und erfordert sie. Ja, jeder der das Gehirn studiert, wird sehen, dass wir ohne sie gar nicht denken können. Studien zeigen, dass Entscheidungen jeder Art nicht getroffen werden können, ohne die abschätzenden Fähigkeiten von Emotionen als notwendige Bedingung zu entscheiden, was für uns bedeutsam ist. Daher sage ich zu Ihnen „kommt und seht”. Trauen Sie Ihren Emotionen, da Sie Ihrer Vernunft nicht trauen können, wenn Sie das nicht tun.

Nun, es gibt noch anderes, das ich über säkularen Materialismus sagen möchte, aber ich denke nicht, es gibt genug Zeit dafür. Wieviel Zeit habe ich noch? Fast um? Nun, da werde ich einfach die Evangelikalen hier abblasen (absagen), weil ich keine Zeit dafür habe. Daher eröffne ich die Fragezeit

F.: Wenn uns das Erfahren des Geistes Erkenntnis gibt (sagen wir, dass Gott wirklich ist), dann folgt daraus, dass das, was ich weiß, wahr ist. Erkenntnis hat auch gerechtfertigten wahren Glauben zur Folge, wie kann ich denn dann möglicherweise Unrecht haben, mit dem was ich als wahr weiß, wie sie anzunehmen scheinen?

A.: Nun, zunächst ist Erkenntnis als gerechtfertigter wahrer Glaube eine schwierige Sache, denn wenn etwas gerechtfertigt ist, bedeutet das, dass es wahr zu sein hat. Es gibt lange philosophische Diskussionen über gerechtfertigten wahren Glauben. Wie kann man bei etwas, das man weiß, falsch liegen? Das kann man nicht, doch man kann mit dem falsch liegen, was man zu wissen denkt, das ist die einfache Antwort {Gelächter}

F.: Welche Schluss sollte man ziehen, wenn die eigene geistige Erfahrung mit logischen und handfesten Beweisen im Widerspruch steht?

A.: Das ist eine sehr gute Frage. Erstens würde ich behaupten, dass es nichts Unmittelbareres gibt, als die eigene Erfahrung. Nur Sie können wissen, was ihr Erlebnis ist. Wenn es mit Logik im Widerspruch ist? Vertrauen Sie mir, ich bin sehr gut in Logik und es gibt viele Möglichkeiten Logik so zu betreiben, dass sie einfach mit allem, was man aufbringen kann, im Widerspruch steht. Das mache ich für meinen Lebensunterhalt {Gelächter} Und handfeste Beweise? Wir wissen erst, was ein Beweis ist, wenn wir all unsere zugrunde liegenden Voraussetzungen und Axiome beisammen haben. Sehen Sie, wenn ich durch die Brille des Glaubens sehe, was als Beweis zählt, ist etwas anderes, als wenn ich es durch eine Brille ohne Glauben betrachte.

Ja, ich habe in der Tat unter den Menschen, die ihr Zeugnis verloren haben, etwas Interessantes gefunden. Fast ohne Unterschied werden sie sagen: „Ich hatte ein Zeugnis und dann entschied ich, ich werde das betrachten, ohne mich auf geistige Erlebnisse zu stützen oder auf die Art, mit der ich die Dinge sehe, wenn ich dem Geist vertraue. Ich werde einfach sehen, was die Logik oder Beweise hergeben. Die Tatsache ist, dass Beweise sich nicht selbst interpretieren und Logik ist nur ein nützliches Werkzeug um anzukommen — und gehe sehr nach Hume bezüglich Logik. Alle Logik dient ex post facto um das zu beweisen, von dem wir bereits das Gefühl haben, dass es wahr ist. Wie ist das?

F.: Wie kann man die Wahrheit finden, wenn zwei Menschen entgegengesetzte Dinge erfahren, während sie über das Buch Mormon beten? Einer bekommt das Gefühl, es sei wahr, der andere bekommt das Gefühl es sei falsch.

A.: Nun, ich sage, vertrauen Sie ihren Gefühlen. Ich sage Ihnen gemäß meiner Erfahrung, wenn die Person das Gefühl erhält, es wäre falsch, dann möchte ich mit dieser Person sprechen. Ich habe nie eine solche Person kennengelernt, sondern ich bezweifle, dass es eine solche Person überhaupt gibt. Vertrauen Sie Ihrem Himmlischen Vater.  Was ich sagte ist, das die Erfahrung, die irgendjemand anderer gemacht hat, kein Beweis für uns ist. Wenn jemand anderer eine von meinen verschiedenen Erfahrung macht, dann habe ich guten Grund, meiner Erfahrung und nicht seiner zu glauben. Was sonst kann ich machen? Und dann dreht es sich nur um Glauben. Werde ich meinem Herzen vertrauen oder nicht? Werde ich ein offenes Herz haben oder werde ich es verschließen? Das ist die Basislinie. Vertrauen sie also Ihrer eigenen Erfahrung und wenn Ihre eigene Erfahrung Ihnen sagt, dass das Buch einfach nicht sein kann und Gott bestätigt das, dann gehen Sie mit Gott.

F.: Haben Sie ein Buch oder ein Schriftstück, das man lesen kann, um das evangelikale Argument zu erhalten?

Nun, in Kürze. Das wird der vierte Band meines Werkes Exploring Mormon Thought [Erforschung mormonischen Denkens] sein. Einzelheiten finden Sie auf meiner Website www.BlakeOstler.com.

F.: Hat Joseph Smith in der Ersten Vision den Vater und den Sohn als zwei verschiedene Wesen gesehen oder nicht? Auf der Basis Ihrer Theorie der Übersetzung des Buches Mormon, warum wird im Buch die metaphysische Unterscheidung der Mitglieder der Gottheit nicht mehr betont?

A.: Sie meinen das Buch Mormon? Nun, ich nehme an … ich werde das zuerst beantworten. ‘Hat Joseph Smith den Vater und den Sohn in der Ersten Vision als zwei Wesen gesehen oder nicht?’ Ja. Auf der Basis Ihrer Theorie der Übersetzung des Buches Mormon, warum wird im Buch die metaphysische Unterscheidung der Mitglieder der Gottheit nicht mehr betont? Ich werde Ihnen sagen, dass die Erinnerung und das, was wir tun, sich jedes Mal ändert, wenn wir daran denken und uns daran erinnern. Der menschliche Verstand ist keine statische Festplatte, auf den man Informationen schmeißt. Jedes Mal, wenn wir an etwas denken, werden neue neuronale Verbindungen gemacht. Ja, ich kann Ihnen sagen, dass ich an diesem Punkt meines Lebens mehr über mein geistiges Erlebnis im Alter von 14 Jahren weiß, als damals als ich 30 und nicht viel darüber nachgedacht hatte und mich nicht gut daran erinnerte. Die Tatsache ist, dass ich, als ich darüber nachdachte, ist mir mehr und mehr darüber bewusst geworden und habe ich mehr und mehr darüber gelernt und es gab Dinge, die ich erfahren hatte, als ich 14 war und die ich erst lernte, als ich 40 oder 50 war. Und daher stört mich die Tatsache, dass Joseph Smith erst später die Bedeutung dessen bewusst wurde, dass es wirklich zwei Personen gab, überhaupt nicht. Es ist einfach die Natur menschlicher Erfahrungen. „Warum wird es im Buch Mormon nicht mehr betont?” Nun, ich habe einen Artikel geschrieben, der behauptet, es sei betont. Sie bevorzugen einfach jene Passagen zu betrachten, die es nicht betonen. {Gelächter} Und das ist übrigens wahr. Jene, die für Modalismus im Buch Mormon argumentieren, lesen es mit einer besonderen Brille und ich glaube nicht, dass diese Brille besonders klar ist, ich denke, Sie müssen die Gläser putzen.

F.: Es ist ganz klar der Fall, dass intensive Emotionen wie Zorn vernünftiges Nachdenken überwinden können. Was sagen Sie dazu?

A.: Natürlich kann das sein, doch ich behaupte, dass die Erfahrung des Geistes nichts ist, was wir schaffen können. Es wird nicht als etwas erfahren, das ich tue. Lassen Sie mich etwas über Zorn sagen. Wir erschaffen Zorn immer als ein Mittel der Manipulation. Wir lernten, als wir Kinder waren, dass unsere Eltern auf bestimmte Weise reagierten, wenn wir zornig wurden und als wir aufwuchsen, haben wir nicht statt dessen gelernt, dass es ausschließlich Menschen wirklich böse auf uns macht. So wirken Zorn und andere Gefühle. Gewiss können uns Gefühle von vernünftigem Denken wegführen. Ich behaupte nicht, dass alle Gefühle gut wären oder uns zu vernünftigem Denken führten. Ich behaupte jedoch, dass die Reduktion der geistigen Erfahrung, von der ich spreche, zu einem bloßen Gefühl heißt, sie soweit zu reduzieren, dass die geistige Erfahrung überhaupt keinen Sinn mehr ergibt. Darum bin ich alle Facetten der Erfahrung durchgegangen. Wenn sie es zu einem bloßen Gefühl reduzieren, dann verstehen Sie nicht, worüber ich spreche und ich lade Sie einfach ein: „Komm und sieh.”

 

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Last Updated November 07, 2009
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